Es war der Auftakt zur „Fourscreen live“-Tour des RTL-Group-Vermarkters IP Deutschland. Und das mehrstündige Event hatte irgendwie etwas von einer Schulungsveranstaltung für den Media-Nachwuchs. Nicht-lineares Fernsehen, Fragmentierung, Second Screen: Was Medienmenschen nur noch ein müdes Gähnen abringt, war angetan, die Media-Jugend in staunende Verzückung zu versetzen. Und so referierten Anke Schäferkordt als Co-Chefin der RTL Group, IP-Deutschland-Geschäftsführer Matthias Dang und die Senderchefs der Mediengruppe vor dankbarem Publikum. Da war zu verschmerzen, dass Schäferkordt (mit ihrem bezaubernden Wasserzahn und ganz in rot gewandet), Dang und Co. zumeist über die Zuhörer hinweg in die Tiefen des Raums sprachen. Ignoranz, Lampenfieber? Mitnichten.

Schuld waren die grellen, gen Bühne gerichteten Scheinwerfer, die dafür sorgten, dass die Referenten nicht mal bis zur ersten Reihe sehen konnten. Vor ihnen baute sich eine schwarze Wand auf. Da half auch der überdimensionale Bildschirm hinten im Saal nichts, der eigens nach der Generalprobe als Orientierungspunkt aufgehängt worden war. Nur einer hatten bei dem Event in Hamburg keine Probleme mit seiner Präsentation: Frank Hoffmann. Da störte auch nicht, dass der RTL-Programmchef dieselben Gags brachte wie vor wenigen Wochen anlässlich seines Sender-Screenings für die neue TV-Saison, ebenfalls in der Hansestadt. Nur dass diesmal das Publikum noch weniger empfänglich war für Hoffmanns feinen, selbstironischen Humor. (bp)

Foto: Bijan Peymani