Mit Medien hat er Millionen verdient – jetzt greift Ex-G+J-Boss Bernd Buchholz nach der Macht: Für die FDP will der ehemalige schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete in den Bundestag. Pardon, Herr Buchholz, nach dem Auftritt in dieser Woche bei n-tv hätten wir da einen Sechs-Punkte-Plan für Sie, aufgeschrieben von unserem politikverdrossenen Hamburger Chefreporter Bijan Peymani.

1. Lassen Sie sich nicht mit Ihren beiden Vornamen annoncieren. Bernd Klaus – das läuft nicht, das holpert. Bestehen Sie auf Bernd Buchholz. So kennt man Sie, in den Medien. Und es ist eine schneidige Alliteration. Nomen est omen! Meinetwegen auch „Bulle“ Buchholz, wenn Sie‘s ne Ecke zackiger haben wollen.

2. Legen Sie Ihren Wirtschaftskittel ab. Dunkler Maßanzug, teure Krawatte, edles Hemd – das war gestern. Sie sind nun mal kein CEO mehr, sondern wollen doch ein Mann des (Wähler)Volkes sein. Einer zum Anfassen, selbst als FDP-Mitglied. Also her mit Sakko und offenem Hemd. Und weg mit der dandyhaft aufgesteckten Sonnenbrille! Edelzwirn können Sie dann wieder tragen, wenn Sie mal Minister sind.

3. Wandeln Sie sich vom Technokrat zum Menschenfänger. Dass Sie alle wichtigen Zahlen drauf haben und Statistiken rauf- und runterbeten können, ist toll – hat man aber schon beim Zuhören wieder vergessen. Reden Sie lieber von Menschen, von Schicksalen, das berührt. Dass Sie sich damit brüsten, einen „Praxistag in der Pflege“ absolviert zu haben, berührt auch – aber eher peinlich.

4. Formulieren Sie einfache, eingängige Botschaften. Juristen glauben von sich selbst, dass sie überaus präzise sprechen. Leider versteht der Laie nur Bahnhof. Kettensätze, tief verschachtelt, Endlos-Monologe, rasend schnell vorgetragen – da gehen einem selbst die wohlwollendsten Zuhörer von der Fahne. Reden Sie lieber so, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist, als Berliner. Und Schluss mit Langeweile: It‘s showtime, baby!

5. Haben Sie Mut zu Ecken und Kanten. Ja, Sie können Staatsmann. Sie sind smart und redegewandt, als promovierter Jurist. Und wirken dabei aalglatt! Wenn Sie sich in der Politik für höhere Aufgaben empfehlen wollen, müssen Sie auch schon mal derbe einen daneben setzen. Und ein paar Scheidungen wären auch nicht übel.

6. Lächeln Sie Ihre politischen Gegner nieder, strafen Sie sie mit Humor! Sie sind klug und argumentieren scharf. Das wirkt aber schnell besserwisserisch und oberlehrerhaft. Vor allem, wenn Ihre Sätze ein Hauch von Arroganz umweht und Sie jedem offen zeigen, was Sie von ihm halten: nichts. Also, nicht so verbissen, locker machen!

(bp) Foto: Screenshot