Rheinterrassen, Coloneum, Dom – dickhosig anmieten kann jeder. Die Zukunft von Mediensausen liegt jedoch in den privaten Partykellern der Macher! Etwa in dem von Unternehmer Dirk Ströer (Foto), wie eine Ortsbesichtigung unseres Kölner Außenbüro-Leiters Jochen Voß zeigt …

Der Karneval ist noch ein paar Wochen hin, aber zumindest für die  Digitalbranche war in Köln in dieser Woche ein bisschen sowas wie eine fünfte Jahreszeit. Die dmexco war da, und die Vermarkter haben die Stadt übernommen. Während bei anderen großen Messen die internationalen Gäste nur an den neuralgischen Knotenpunkten mit ihren Namensschildchen aus den Straßenbahnen quellen, so scheint das Hochamt der Netzmechanik jedes Jahr aufs Neue die Infrastruktur des Nachtlebens am Rhein in Beschlag zu nehmen.

Die Brauhäuser sind voll von Menschen, die bei Eisbein und dem bierartigen kölschen Nationalgetränk zwischen den Partys verschnaufen. Es gibt zu „süffele un müffele“ und man diskutiert dabei, was als next big thing kommt, wenn der Katzencontent durch ist. Ganz nebenbei ist die dmexco der beste Beweis, dass die angepriesenen Online-Technologien vielleicht doch irgendwie zu funktionieren scheinen. Wer im größeren Umkreis des Doms den Namen der Messe in das Eingabefeld der gigantischen Suchmaschine tippt, erhält als Ergänzungsvorschlag sehr weit oben was? Klar: Party.

Selbstredend, dass da aber nicht jede hippe Location verzeichnet ist, in der auf Zählpixel, Cookies und Ads jeder Art angestoßen wird. Auf die Ströer-Sause im Kölner-Edelstadteil Marienburg am Dienstagabend machte nur der behelfsmäßig aufgebaute Garten-Pavillon aufmerksam, der als heizpilzbeheizter Einlass für die verregnete Grill-Party im Privathaus (u.) von Aufsichtsrat Dirk Ströer fungierte.

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Auch wenn das ganz so privat gar nicht war. Wie in den Kreisen üblich, gibt es für solche Zwecke das eher privat eingerichtete Gästehaus, nicht unweit des eigentlichen Refugiums. Die großen Themen für Ströer in diesem dmexco-Jahr: Multiscreen und die Begleitung der Zielgruppen durch die gesamte Costumer Journey. Rund 70 Gäste – Kunden, Partner, Presse – stimmten sich beim Werberiesen bei Spanferkel und Edelpasta von Caterer Jens Eichberger mit heimeligem Stehparty-Plausch auf die kommenden Tage im Turbotakt ein. Die Messe, so war allenthalben zu hören, sei mehr als nur reine Kraftmeierei. Klar, der Stand muss überzeugen – an anfassbaren Produkten lässt sich ja nur wenig zeigen. Doch die Terminlagen sind brutal, die Messe-Abschlüsse aus dem vergangenen Jahr trugen zum fröhlichen Einstand bei.

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Und so war es bei Ströer, wie es sich für eine gut gelaunte Feier im eigenen Partyraum mit Discokugel gehört. Man trifft sich in der Küche, der Hausherr zeigt auf dem iPad die neuesten technischen Spielereien, und die Tochter schaut neugierig am Eingang, wer denn da alles ankommt …

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So feuchtfröhlich es auch zugeht, so hat das bunte Digitaltreiben noch etwas Entscheidendes mit dem Karneval gemein: Kaum ist es richtig losgegangen, ist es auch schon wieder vorbei.

(jv) Fotos: Jochen Voß