Man kann ja über den Deutschen Fernsehpreis eine Menge sagen. Die Gala zu lang, die Gags zu schal, die Preisträger zu nischig. Und schon wieder diese kik-Aktivistin Feldpooth … Geschenkt! Über eins ist die Preisparade, die vielleicht deswegen so deutsch ist, weil alle so gerne drüber meckern, jedoch erhaben: Das Essen ist eine Wucht!

Speisekarte

Wer Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher im Studio erduldet hat, der hat sich damit auch eine feiste Auswahl quer durch das Gastgeberland Nordrhein-Westfalen ersessen – quasi zur Belohnung. Die kuriosen Köstlichkeiten reichten in diesem Jahr vom „Eifeler Wildwürstchen im Teigjäckchen“ bis zum „Latte Macchiato von der Petersilie“. Die Highlights der Clap-Redaktion waren jedoch unangefochten die Gourmet-Burger vom japanischen Edelrind und das reichhaltige Senf-Buffet:

Senfbuffett

Und wenn wir schon beim Essen sind, dann sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben, dass es bei der Fernsehsause zwei Kategorien von Journalisten gibt: solche, die Kraft Ihres Amtes bedeutungsschwer im Studio sitzen dürfen oder müssen (je nach Perspektive), und solche, die bereits nach der anstrengenden Prozedur auf dem roten Teppich feste Nahrung in Form von Antipasti und Tellergerichten zu sich nehmen können.

Die Stärkung ist auch bitter nötig. Schließlich ist so ein roter Teppich kein Promi-Schwof. Nicht nur, dass das einfallende Licht der Abendsonne vor dem MMC-Palast jedes Jahr aufs Neue zu Unmut und Verrenkungen bei der knipsenden Zunft führt – auch zwischenmenschlich wird mit harten Bandagen gekämpft. Da passiert es schon mal, dass ein Lebenspartner, mit dem man schon weitaus Schlimmeres als den Deutschen Fernsehpreis durchgestanden hat, kurzerhand neben einer Preisattrappe geparkt wird.

Als alter Haudegen im Showgeschäft weiß Götz George daher durch Erfahrung zu überzeugen. Er schenkt sich den ganzen Zinnober mit der Presse und huscht zu fortgeschrittener Stunde, als die Gala schon im vollen Gange ist, ins Studio. Entdeckt nur von der Clap-Kamera und ein paar Fans, für die er sich geduldig Zeit nimmt. Gegessen hat er vermutlich schon zu Hause.

GG

(jv) Film/Fotos: Jochen Voß