Am 28. Oktober startet der Sender E-Entertainment sein eigenproduziertes Format „E!Factor“ mit Jorge Gonzalez. Clap traf den Ausnahme-Südamerikaner bei einer Pressekonferenz und befragte ihn zu seinen Ambitionen – schließlich sollen auch deutsche Prominente in der Sendung outfittechnisch hart rangenommen werden.

„Techno-Wischmopp meets Reeperbahn“, ein Zitat aus Ihrer ersten Sendung. Das ist lustig aber auch etwas boshaft. Warum braucht die TV-Landschaft so ein Celebrity-kritisches Modeformat?

González: Wir erzählen unsere Geschichten witzig, aber wir vermitteln auf diese Art auch spannende Informationen. Mode ist eine große Industrie, die es zu beleuchten gilt. Und jede Mode hat eine spannende Geschichte, die wir erzählen wollen. Das wollte ich immer schon machen.

Das amerikanische „Fashion Police“ diente ein wenig als Vorbild für „E!Factor“ und doch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Sendungen. Bei den Amerikanern werden die Promis noch gnadenloser durch den Kakao gezogen.

González: Die Amerikaner sind gewohnt, über sich selbst zu lachen. In Deutschland gibt es eine andere Mentalität, es ist noch keine Gewohnheit für die Promis, auf diese Art auch kritisiert zu werden. Da muss man sehr vorsichtig sein.

Ist „E! Factor by Jorge González“ auch deshalb anders, weil Sie anders sind als „Fashion Police“-Moderatorin Joan Rivers?

González: Ich bin nicht Joan Rivers, ich muss bleiben wie ich bin. Ich bin sehr direkt, ehrlich, spontan. Aber meine Kritik soll immer konstruktiv sein. Und wenn es scheiße aussieht, sieht es scheiße aus. Wir brauchen mehr Modestatement in Deutschland. Und wenn ein Minirock und High Heels gut aussehen – warum soll man das nicht anziehen? Ich verstehe diesen Trend nicht, sich so zurückzunehmen. Die Deutschen müssen sich beim Thema Mode mehr trauen!

Wenn Sie beim Bambi oder anderen Medienevents sind – langweilen Sie die Manager, die immer gleich langweilig angezogen sind?

González: Nein, das ist okay, das sind doch da nur Servicekräfte (lacht). Sie sind unsere bessere Hälfte auf solchen Veranstaltungen.

Würden Sie nicht doch manchmal eingreifen wollen und einen besser sitzenden Anzug dem ein oder anderen empfehlen?

González: Nein, ein Manager ist ein Manager, der geht da nicht auf große Show. Mein Manager ist übrigens immer gut angezogen. (lacht)

In Ihrer neuen Show ist umstylen ein großes Thema. Was würden Sie an E-Entertainment-Chefin Katarina Behrends umstylen?

González: Oh, da kann man viel machen. Denn sie ist groß, hat eine tolle Haut. Tolle Figur. Eine Business-Frau, die für ihre tägliche Arbeit gut gekleidet ist. Als Chefin von E! Entertainment muss sie das natürlich auch. In Abendkleidern sieht sie großartig aus. (dh)

 

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Fotos: Gert Krautbauer, Daniel Häuser