Sie meidet die Medienbranche seit Jahren. Ihre öffentlichen Aufrtitte sind rar gesät, zuletzt wurde die frühere Medienprinzessin kurz bei der DLD Night gesichtet. Wohl nur ein Freundschaftsdienst. Eine Antwort auf ihren Totalausstieg liefert nicht nur die Clap-Titelgeschichte (von Ausgabe 36) vor rund zwei Jahren, sondern auch ihr neues Buch, das pünktlich zur Buchmesse in Frankfurt Ende Oktober erscheint. Schon der Titel weckt Interesse: „Dieser Mensch war ich – Nachrufe auf das eigene Leben.“ Allerdings geht es nicht um das eigene Leben der früheren Medienmanagerin. Ehrenamtlich ist Christiane zu Salm seit Jahren als ambulante Sterbebegleiterin für das Lazarus-Hospiz in Berlin tätig und besucht regelmäßig Sterbende direkt zu Hause.

Im Buch berichtet sie über das, was in ihrem Leben wirklich wichtig war. „Wir wissen, wie große Philosophen, Dichter und Denker starben. Sie haben der Nachwelt oft detailliert hinterlassen, was sie empfanden, was sie bewegte in ihren letzten Stunden. Aber was denkt die Verkäuferin im Supermarkt, was der Kfz-Mechaniker, was die Gemeinde-Mitarbeiterin von nebenan?“, heißt es im Buch. Zu Salm befragte ganz normale Menschen und hat daraus persönliche Nachrufe gesammelt. Kein Buch über das Sterben, sondern über das Leben, betont sie.

Was sie dazu bewogen hat, sich so einer schwierigen und mitunter deprimierenden Aufgabe zuzuwenden, steht im Vorwort des Buchs: Vor einigen Jahren habe der Tod auch an Ihre Schulter geklopft. 250 Meter sei sie beim Skifahren mit einer Lawine den Abhang hinuntergestürzt. Über ihr eine vier Meter hohe Wolke aus Schneegestöber. „Ich dachte mir, jetzt stirbst du“, berichtet zu Salm. Dann das unglaubliche Glück: Die Lawine spuckte sie kurz vor einem Felssvorsprung wieder aus. Die Nahtoderfahrung habe sie nachhaltig verändert, schreibt sie.

„An letzter und an erster Stelle danke ich Uta Hansen und Georg Kofler. Beide wissen schon, wofür“, dankt sie am Ende des Vorworts auch ihrem langjährigen Lebenspartner.

(dh) Fotos: Alexander von Spreti / Goldmann-Verlag