Es werde eine Mischung aus Casting-Show und Chart-Show sein, hatte Programmchef Frank Hoffmann anlässlich der Präsentation des RTL-Portfolios für die TV-Saison 2014 erklärt. Doch der vollmundigen Ankündigung einer von Thomas Gottschalk moderierten „Abba“-Huldigung mit singenden Prominenten wird wohl vorerst nichts. Dem Vernehmen nach ursprünglich für diesen Herbst geplant, bleibt der Sender beim Ausstrahlungstermin nun nur noch im Ungefähren. Zunächst ließ der Sprecher der RTL-Gruppe, Christian Körner, auf Clap-Nachfrage vor wenigen Tagen wissen, dieses Jahr solle es „jedenfalls noch klappen, mit Abba“. 24 Stunden später dann der Rückzieher aus der Pressestelle: „Diese Sendung mit Thomas Gottschalk wird es nach wie vor geben, allerdings nicht mehr in diesem Jahr“, offenbarte Körners Kollege Matthias Frey.

Das Konzept sei zum Zeitpunkt der Programm-PK Anfang Juli „in einem sehr frühen Entwicklungsstadium“ gewesen. Frey: „Wir planen, die ,Abba-Show‘ noch in dieser Season zu zeigen.“ Das klingt sehr wackelig, und die TV-Saison ist lang. Über die Gründe für die Verschiebung – auf Sankt Nimmerlein? – kann nur spekuliert werden. Sträubt sich der Kölner Sender, bei dem das Geld auch nicht mehr so locker sitzt, gegen die knallharten Vertragsbedingungen der als überaus geschäftstüchtig geltenden „Abba“-Gründer Björn Ulvaeus und Benny Andersson? Gab es niemanden, der „Dancing Queen“ oder „Super Trouper“ unfallfrei live vorsingen können? Oder wollte der Sender einfach vermeiden, dass Gottschalk mit einer weiteren Show das neue RTL-Erfolgsformat „Die 2“ konkurrenziert, in dem er an der Seite von Günther Jauch gegen Studio-Kandidaten kämpft? Wie auch immer: Die „Abba-Show“ könnte womöglich gar nicht erst auf den Bildschirm landen.

(Bijan Peymani) Foto: RTL/Ruprecht Stempell