Der Verlagsstandort München ist unter Beschuss geraten. Gruner + Jahr schließt in der Bayerischen Hauptstadt seine komplette Redaktion und zieht nach Hamburg, „Focus“ verlagert Teile der Redaktion nach Berlin. Und auch die MVG Verlagsgesellschaft macht im angestammten Münchner Verlagsgelände in der Arabellstraße endgültig seine Pforten dicht. Obgleich der Weg nach Neuperlach nicht so weit ist, hat die Maßnahme weitreichende Auswirkungen. Nicht nur, dass nun ein paar schicke Menschen weniger die Arabellastraße bevölkern, und so etwas weniger stylisch wirkt. Es sind auch über viele Jahre gewachsene Strukturen, die den Bach runtergehen. In dieser Woche wurden, wie auf unserem Bild zu sehen, die Initialen von Verlagsgründer Jürg Marquard vom Gebäude abmontiert.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn nun die Bauer-Verlagsleute zumindest nach dem MVG-Umzug an ihrem Standort in München Neuperlach festhalten würden. Aber sicher scheint das nicht. Es ist davon auszugehen, dass in Zeiten der Sparbemühungen in Verlagen, ein Umzugs-Szenario zumindest in der Theorie in der Finanzabteilung bereits durchgespielt worden ist. So richtig zwingende Gründe gibt es nämlich für den Standort München nicht. Falls also Kapazitäten in der Hamburger Burchardstraße frei werden sollten und der Mietvertrag in der Neuperlacher Charles-de-Gaulle-Straße nicht mehr ewig läuft, darf man schon Angst um den Verlagsstandort München haben.

Übrigens: Rund 3000 Euro hat die Demontage des Logos laut Clap-Recherche etwa gekostet. Das war den scharfen Rechnern bei Bauer zu teuer. Nun hat sich der Nachmieter der Sache angenommen.

(dh) Foto: Informant