Die ganze Nation bangt um ihren Formel-1-Helden, noch immer liegt Michael Schumacher in Grenoble im Koma. Das sollte auch am weltgrößten überdachten Themenpark, der sich ausschließlich mit der Lieblingsmarke des Ex-Formel-1-Piloten beschäftigt, nicht spurlos vorüber gehen – sollte man meinen. Doch im Mekka der Ferraristi ist von Anteilnahme weit und breit nichts zu sehen, wie Clap bei einem Vor-Ort-Besuch in Abu Dhabi feststellen musste. Ein grinsender Schumacher begegnet einem auf Fotos und Filmen bei den 20 unterschiedlichen Attraktionen rund ums Thema Ferrari immer wieder. Das wirkt sonderbar für den Betrachter, eine kleine Durchhalteparole an der richtigen Stelle des Spaßparadieses kann so viel entschärfen. Da hilft es auch nicht, wenn die Schau mit dem Gesang von Italiens Chef-Melancholiker Zucchero unterlegt ist. Zumal sich die Best-Of-CD im Laufe des Tages unzählige Male wiederholt.

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Happige 50 Euro kostet der Eintritt. So richtig erfolgreich war die auf Wüstensand erbaute Anlage nicht nur wegen des hohen Preises eigentlich noch nie. Alles technisch, wenig ist wirklich charmant umgesetzt, vielleicht mit Ausnahme des betreuten Boxenstopps, Reifenwechseln am Formel1-Boliden. Nach nur einem Jahr in Betrieb, musste die Ferrari World bereits mehr als 100 Mitarbeitern wegen geringer Auslastung kündigen. Die Öffnungszeiten der Anlage wurden gekürzt, weil insbesondere vormittags zu wenig Besucher kamen. Mit ein wenig Anteilnahme an Schumacher hätte der Park zumindest Sympathiepunkte sammeln können. So verbleibt nach dem Besuch das komische Gefühl, den längsten Image-Spot einer Marke gesehen zu haben.

(dh) Fotos: Daniel Häuser