Für die Presseabteilungen der Verlage waren die IVW-Meldungen eigentlich immer ein gefundenes Fressen. Jeder Verlag fand irgendeinen Dreh, seine Magazintitel mit einer schönen Pressemitteilung in ein positives Licht zu rücken. Doch im ersten Quartal 2014 war das anders. Die Clap-Redaktion erreichte gerade eine offizielle IVW-Information und die kam nun auch noch ausgerechnet aus Österreich. Von dort grüßte der ehemalige Condé-Nast-Manager und derzeitige General Manager des Red Bull Media House Wolfgang Winter fröhlich: „Wir freuen uns über das erneute Wachstum von Servus in Stadt & Land.“

Die Zurückhaltung der deutschen Verlage ist verständlich. Ein derartiges Auflagendesaster in der Breite hatte es zuvor so noch nie gegeben. Nur drei für den Gesamtmarkt unerhebliche Titel konnten in der Masse der massiven Rückgänge zulegen. Allerdings wären die tiefroten Zahlen auch eine gute Gelegenheit gewesen für ein Statement, wie künftig der Entwicklung begegnet werden soll. Das Schweigen ist in dieser Phase ernüchternd. Welche Konzepte es gibt, die Dickschiffe, wie den „Stern“, vor weiterer Auflagenerosion zu schützen, bleibt so weiter im Dunkeln. So können Debatten auch verhindert werden.

Ein nicht genannt werden wollender Print-Manager gab gegenüber Clap eine kurze Auskunft. „Eigentlich müssten wir genau in dieser Umbauphase jede Menge Mitarbeiter einstellen.“ Die Realität jedoch ist: Immer weniger Personal muss mit immer schwieriger werdenden Aufgabenstellungen klarkommen.

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