Kennen Sie den Mann ganz oben rechts auf dem Bild? Nein!? Doch Sie kennen ihn. Es ist Serviceplan-Geschäftsführer Florian Haller, der sich trotz geringer Sonneneinstrahlung beim Finale des Turniers am Münchner Iphitos-Gelände hinter seiner Ray Ban verbarg. Damit befand er sich in guter Gesellschaft: Es kam auch Ex-Außenminister Guido Westerwelle mit Sun Glasses nebst Edmund Stoiber, wie auf dem oben gezeigten Foto zu erkennen ist. Doch es gab gute Gründe für Florian Haller, der auch in offizieller Mission da war, den Sehraum etwas abzudunkeln.

Die starke Tribünenbesetzung steht im Widerspruch zu der international geringen Bedeutung des Wettbewerbs. München würde ein Tennis-Turnier im Weltformat sicherlich gut zu Gesicht stehen, es gibt jede Menge Top-Adressen die als Sponsor für so einen Wettbewerb infrage kämen. Aber wie so oft scheitert die Stadt bisweilen an den eigenen Ansprüchen. So mühten sich die beiden Finalisten Martin Klizan und Roberto Fognini nach Kräften eine gute Show abzuliefern, allerdings wummerte im Hintergrund ständig ein lauter Bass vom benachbarten Beachvolleyballplatz. Beim Finale eines ATP-Tennisturniers wohlgemerkt. Wegen solchem Mittelmaß, von der Platzausstattung soll hier gar nicht erst die Rede sein, fehlen in München die Top-gesetzten Spieler der Weltrangliste. Tennis-Profi Fognini ließ beim Final-Interview durchblicken, dass er wegen Bayern München mal in die Stadt gekommen ist.

Trotzdem verlor er sein Match. Kann ihm egal sein. Es gab ohnehin nur mickrige 250 Weltranglistenpunkte zu holen. Zum Vergleich: In Wimbledon oder Paris gibts für den Sieger 2000. Die BMW Open sind und bleiben eben das kleinste der großen Tennis-Turniere, oder besser das größte der kleinen, es ist halt immer die Frage, von welcher Perspektive aus man sich positionieren möchte.

cabrio

Der Slowake Klizan holte sich das perlmuttweiße Gewinner-Cabrio, hatte allerdings beim Ausparken große Probleme.

(Daniel Häuser) Fotos: Daniel Häuser