Das sind sie, die Streikbrecher: Condé Nast, Bauer Media Group, Olympia Verlag – um nur einige zu nennen. Zumindest aus Sicht der drei großen Verlage, die wie erwartet den Google Play Kiosk die Gefolgschaft zunächst verweigern. Denn so wichtige Publikationen wie „Stern“, „Focus“, „Geo“ und andere fehlen dort. So startete der digitale Zeitschriftenverkauf gestern nur sehr mau mit einem Rumpfangebot, das konnte man vor lauter Sonderangebotsschildchen im Play Store auf den ersten Blick gleich gar nicht so schnell erkennen. Als Highlight wurde die digitale Ausgabe des „Spiegel“ als Sonderangebot für 3,99 Euro angepriesen, eine reguläre gedruckte Zeitschrift kostet beim Händler 4,50 Euro. Bei Apples iTunes gibts die genannten Titel natürlich schon ewig elektronisch. Übrigens auch den „Spiegel“ für 3,99 Euro.

Das eingeschränkte Angebot des Play Kiosk wird so von Bauer dominiert. Ganz vorn dabei sind „Cosmopolitan“, „Joy“ und „Bravo“. Und auch Condé Nast schickt aufmerksamkeitsstark „Vogue“, „Glamour“ und vor allem „GQ“ ins Rennen. Außerdem können Besucher die Fußballfachzeitschrift „Kicker“, so als Test, kostenfrei in der aktuellen Gesamtausgabe abrufen. Ebenso das „Handelsblatt“, in seiner aus Lufthansa-Maschinen bekannten Ausgabe „Handelsblatt live“. Die Abstinenz der Großverlage könnte noch länger anhalten. Zwar wird Burdas „Focus“ auf vielen anderen Plattformen auch digital angeboten. Es gibt laut einem Verlagssprecher aber noch keinen konkreten Plan, das Nachrichtenmagazin bei Google einzustellen. Der Verlag hat allerdings mit „Chip“ schon einen Fuß in der Tür im Play Kiosk. So bleiben für viele die ausländischen Titel am spannendsten, die so praktisch nicht ohne weiteres im herkömmlichen Handel zu bekommen sind.

Wahrscheinlich kommen aber Gruner + Jahr, Burda und Axel Springer früher oder später nicht um den Android-Kiosk herum, denn ein gemeinsamer digitaler Zeitungskiosk der deutschen Verleger lässt auf sich warten.

(Daniel Häuser) Foto: Screenshot