Die DDR betrieb sieben Nationalitätenrestaurants. Sie alle hatten einen guten Ruf, das sagenumwobenste davon aber war das Café Moskau. Es ist das einzige, das bis heute unter seinem ursprünglichen Namen noch existiert. Aus gutem Grund: Dem Gebäude hängt etwas Staatstragendes an. Wer als DDR-Bürger da hineinging, hatte meistens etwas Wichtiges vor. Viele geheimnisvolle Entscheidungen in der Ost-West Politik fanden ihren Anstoß wohl im Café Moskau.

In dem denkmalgeschützten Gebäude wird Anfang September wieder etwas Bedeutungsvolles passieren. Es geht nicht nur darum, dass der Radio- und Fernseh-Verband VPRT dort seine Feier zum 30-jährigen Jubiläum macht. Kanzlerin Angela Merkel wird kommen und vor der versammelten Elite des Landes eine Key-Note zur Lage der TV- und Radio-Nation halten.

Der Auftritt der Kanzlerin, die auch Ende Oktober bei der Publishers Night des BDZV auftritt, zieht auch den Besuch von wichtigen Entscheidern der werbung treibenden Branche nach sich. Und es gibt wohl führende Köpfe im Online-Business, so hört man, die ihren Besuch auf der tags darauf stattfindenden Internet-Messe dmexco verschoben haben. Für die TV-Branche ist es ein Pflichttermin. Radio-Heroen wie Radio NRW-Geschäftsführer Udo Becker oder Antenne-Bayern-Chef Karlheinz Hörhammer werden sicher dabei sein. Falls das Café Moskau also seinem Ruf alle Ehre macht, dann wird es ein Abend, an dem viele Entscheidungen fallen.

(Daniel Häuser)

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