Nach dem Bekanntwerden der millionenschweren Bonuszahlungen der beiden Finanzinvestoren KKR und Permira an ProSiebenSat-1-Vorstände ist die Unzufriedenheit bei etlichen Mitarbeitern des Medienunternehmens spürbar. Vor allem weil der Eindruck entstand, als sollte die Sonderausschüttung der Finanzinvestoren an die kleinste mögliche Glocke gehängt werden. Der Betriebsrat war jedenfalls vorab nicht informiert worden.

Da die Zahlungen aber abgeschlossen und wohl ohnehin nicht über Konten der ProSiebenSat.1 Media AG gelaufen sind, wollen die Mitarbeiter nur darüber verhandeln, wie sie zukünftig auch am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Die Hoffnungen beruhen auf einem Entgegenkommen des Vorstands bei den in den nächsten Monaten anstehenden Gehaltsverhandlungen für das Jahr 2015, ist aus dem Unternehmen zu hören.

Bereits in der jüngeren Vergangenheit waren Geldgeschäfte der Vorstände im Medienkonzern ein Thema: An der Börse versilberten Conrad Albert, Christian Wegner, Axel Salzmann und Thomas Ebeling zwischen März 2012 und Januar 2013 etliche ProSiebenSat.1-Aktien, wie beispielsweise hier nachzuvollziehen ist. Hohes Gehalt, Bonuszahlungen, Aktiengeschäfte. Wie soll da der Belegschaft der nächste Sparkurs vermittelt werden? Dem studierten Psychologen Thomas Ebeling steht wohl eine kommunikative Aufgabe bevor. (dh)