So aktiv wie nie taucht in letzter Zeit Angela Merkel bei wichtigen Medienfesten auf. Die Kanzlerin mischt dabei mit ihren Reden mächtig in der Medienpolitik mit. Bislang wurde ihr eher wenig Interesse an Veranstaltungen der Kommunikationsbranche nachgesagt. Doch jetzt scheint sie einiges nachholen zu wollen. Aber es gab auch gute Gründe für ihr Kommen: So feierte im September der Rundfunkverband VPRT 30 Jahre privates Fernsehen. Im Berliner Café Moskau setzte Merkel sich unter anderem für ein gutes Urheberrecht ein: „Doch was nützt der modernste Zugang, wenn der Inhalt nicht geschützt ist“, sagte Merkel, die vor Ort eher freundliche Worte für die TV-Branche übrig hatte.

Das änderte sich nur wenige Tage später beim BDZV-Zeitungskongress, der in Berlin sein 60-Jähriges Jubiläum feierte. Dort schrieb sie Verlegern ins Stammbuch: „Durch Einsparungen im redaktionellen Bereich setzen Sie ihre Kernkompetenz aufs Spiel.“ Außerdem überraschte sie mit der Aussage: „Ich bin jetzt 60 Jahre alt. Meine Generation müssen Sie nicht mehr überzeugen – aber die Jugend.“ Anfang November folgt nun noch die VDZ Publishers Night, für die sie bereits seit Wochen angekündigt wird. Man darf gespannt sein, ob eher die forsche oder die freundliche Kanzlerin dort auftaucht.

(Daniel Häuser) Foto(s): Bundespressestelle