Der Wunderknabe – Clubgespräch mit Hendrik Hey

Hendrik Hey müsste sich eigentlich mindestens zweiteilen: Formatentwickler, Moderator, Senderchef – Im heute in unserem Print-Magazin erschienenen Clap-Clubgespräch verrät der überzeugungsentspannte Kampfsportfan, mit welchem Typ Medienmanager er sich gern Gefechte liefert und was ihm persönlicher Wohlstand bedeutet.

Der damalige Saatchi-Kreative Carsten Heintzsch sagte einmal über Sie: „Der Mann ist so eitel, dass er seine eigenen Sendungen nur von sich selbst moderieren lässt.“ Hat er recht?
Nein. Der Umstand, dass ich selber moderiere, hängt damit zusammen, dass ich beim Radio damals noch eine Sendung entwickelte, die gefährlich, anstrengend und mühsam war. Da
haben viele Moderatoren auf einmal keine Lust mehr, sodass der Sender sagte: „Mach’s halt selbst!“ Und das habe ich dann auch gemacht. Im Grunde war ich also schon immer Redakteur vor der Kamera, was sich später auf TV-Seite fortsetzte und ja auch bei „Welt der Wunder“ so war. Ich halte mich übrigens gar nicht für einen besonders guten Moderator.

Aber für einen gut aussehenden? Sie halten sich fit – unter anderem mit Kampfsport. Wie wichtig ist Ihnen Ihre Form?
Total! Ich mochte Sport schon immer. Es gibt Phasen, in denen ich dazu keine Zeit habe, und dann fühle ich mich auch nicht gut. Aber auch das hat nichts mit Eitelkeit zu tun. Hier geht es um mein persönliches Empfinden.

Mit welchem Medienmanager würden Sie gern mal in den Ring steigen?
War ich doch schon mit einigen: Mit dem ollen Haim Saban hatte ich damals ja eine schöne Battle …

Wie, Sie haben sich gedroschen?
Nein, ich bin kein Schlägertyp. Aber nachdem „Welt der Wunder“ erfolgreich bei ProSieben lief, hat der Sender unter Georg Kofler uns für viel Geld die Markenrechte verkauft. Kurz darauf kaufte Saban ja den Sender, und obwohl er selbst Produzent ist, wollte er niemandem die Markenrechte zugestehen. Und wollte die Rechte wieder zurück – für lau. Nachdem er das Format dann Stück für Stück ausbluten ließ, haben wir nach einer letzten Attacke gegen uns beschlossen: Wir verlassen den Sender. Und bei RTL II bekamen wir damals den Freiraum, den wir brauchten.

Ein Wunder! Auf welches haben Sie denn privat zuletzt vergeblich gehofft?
Ich bin glücklicherweise sehr zufrieden. Gott sei Dank gibt es nicht so viele Sachen, nach denen ich strebe. Im Sinne von Wohlstand oder sonst irgendwas …

Weil er Ihnen nichts bedeutet, oder weil Sie ihn schon längst haben?
Weil er mir echt nichts bedeutet. Ich habe mein ganzes Leben lang nie für Geld gearbeitet. Hatte zwar auch nix, aber ich war immer der Meinung, dass das sowieso Teil des Erfolgs ist. Also habe ich mich eher darauf konzentriert, an dem zu arbeiten, was ich wirklich will. Und wie’s der Zufall so wollte, konnte man damit auch Geld verdienen.

Wohlstands-Frage: Was für einen Wagen fahren Sie?
Einen Mini – ich habe aber auch noch einen gebrauchten Porsche Cayenne, den ich damals günstig geschossen habe und den ich jetzt wieder loswerden will. Nachdem ich vor 20 Monaten aber noch mal Nachwuchs bekommen habe, noch ein Kind geplant ist und ich schon eine erwachsene Tochter sowie einen riesigen Hund habe, steht jetzt vermutlich ein Multivan an.

Kein günstiges Vergnügen. Viel mehr investieren Sie aber in Ihren Beruf. Sie machen kein Geheimnis daraus, dass in dem vergangenes Jahr gegründeten Sender „Welt der Wunder“ ein beachtlicher Teil Ihres privaten Vermögens steckt.
Irgendwann kommst du eben an einen Punkt, wo du selber übernehmen musst. Da reicht es nicht mehr, nur für jemanden zu arbeiten. Da musst du selber Impulse geben.

Das ganze Interview lesen Sie in Clap-Ausgabe 51, die am Freitag erscheint.

Clap51-Cover

(Bulo/Häuser) Foto: Alexander von Spreti