„Wollen Sie kostenlos eine ‚Welt am Sonntag‘?“ Diesen Satz sagten Axel-Springer-Einsatzteams am vergangenen Wochenende zehntausendfach. Grund ist eine bundesweite umfangreiche Point-of-Sale-Maßnahme für die „Welt am Sonntag“. Wohl nicht ganz zufällig kommt diese Aktion ausgerechnet jetzt, wo seit einigen Wochen erfolgreich „Spiegel“ und „Focus“ auf die Samstags-Erscheinung umstellten. Hält der positive Verkaufstrend der beiden am Kiosk teilweise gemeinsam agierenden Nachrichtenmagazine an, so könnte sich das Leseinteresse verlagern, zu ungunsten der am Sonntag erscheinenden Titel wie „Frankfurter Allgmeine Sonntagszeitung“ und „Welt am Sonntag“, oder aber natürlich auch der „SZ am Wochenende“. Diese Wechselwirkung dürfte dem Managment nicht nur von Springer längst klar sein.

Nun wird zunächst mit Verteil-Aktionen dagegengehalten. Den Zusammenhang der POS-Aktion mit dem neuen Erscheinungstag von „Spiegel“ und „Focus“ stellt Axel Springer selbst nicht her, dementiert ihn aber auch nicht. Die Maßnahmen würden regelmäßig durchgeführt um „auf unsere Medien aufmerksam zu machen“, so Sprecherin Svenja Friedrich. Mit in der Verteiloffensive inbegriffen war übrigens auch ein großzügig gestreuter Gutschein für weitere Ausgaben der „WamS“, sodass der „Clap“-Redaktion für die nächsten Wochenenden genügend Lesestoff zur Verfügung steht.

(dh) Foto: Daniel Häuser