Fast schon drei Jahre ist es her, dass der Digital-Manager Burda verließ und zu Bertelsmann wechselte. Zu einem der besten Jobs, den die deutsche Medienbranche zu bieten hat. Der 42-Jährige erhielt die eigens für ihn neu geschaffene Position „Executive Vice President digitale Unternehmensentwicklung und Partnerschaften“ in Europas größtem Medienkonzern. Das klang nach großen Abenteuern für den talentierten Online-Fachmann. Doch passiert ist zumindest nach außen hin merklich wenig. Das verwundert bei dem einst so tatenkräftigen Jungmanager, der beispielsweise die Digitalkonferenz DLD miterfand. Eine ähnliche Fachtagung mit viel Internet-Glamour soll er ja auch für Bertelsmann geplant haben. Doch diese Gerüchte sind schon etwas älter. Zieht er die Strippen im Verborgenen? Oder hat es etwas mit der Bertelsmann-Zögerlichkeit in Sachen Online-Strategie zu tun?

Auf jeden Fall scheint seine Karriere nun etwas weniger öffentlichkeitswirksam zu verlaufen. Der Medien-Beau hat sich in Gütersloh etwas zurückgezogen. Seit seinem Amtsantritt dort gibt es praktisch kaum noch neue Social-Media-Aktivitäten von ihm. So ist sein Blog verwaist, das Twitter-Leben wird vernachlässigt. Einen Xing-Account gibt es erst recht nicht. Auf jeden Fall hat Gütersloh Reichart bislang kein Glück gebracht, denn auch im Privatleben läuft es unrund. Von Annette Pawlu, mit der er zwei Kinder hat, soll er mittlerweile getrennt leben. Sie berichtet schon lange nicht mehr aus Gütersloh, sondern für die „Bild“ etwa von den Kunstmessen dieser Welt. Auf jeden Fall darf die Medienwelt gespannt sein, wie Bertelsmann und Reichart künftig zusammen passen werden.

(dh) Foto: Burda News