Sie vermissen Ex-„Stern“-Chefredakteur Dominik Wichmann im deutschen Mediengeschäft? Das ist kein Wunder, denn er befindet sich derzeit am entferntesten Ort auf der Welt, den man sich von Deutschland aus überhaupt vorstellen kann. Er ist auf den Cook Islands, wegen der laxen Steuergesetze auch „Ganoveninseln“ genannt, also auf der einschlägig bekannten unabhängigen Inselgruppe im Pazifischen Ozean mit knapp 20000 Einwohnern. Wichmann genießt dort auf einer langen Reise die üppige Vegetation mit Kokospalmen, Brotfruchtbäumen und Pisang. Ein echtes Aussteigerleben.

Offensichtlich brauch der begabte Ex-„SZ-Magazin“-Chef nach seinem unglücklichen Engagment bei Gruner + Jahr viel Auszeit, um wieder neue Motivation für den Job zu finden. Auf Facebook postete er in dieser Woche wohl nicht ohne Hintergedanken noch ein Bild von zwei leeren Containern der Reederei Hamburg Süd, die aus ungeklärten Gründen dort gestrandet sind. Bildunterschrift: „Moin Moin Hamburg.“ Der Beobachter darf das sicher als einen netten Gruß an seinen ehemaligen Arbeitgeber Gruner + Jahr interpretieren.

Scheinbar aber brauch Wichmann, der auf seiner Weltreise auch schon in Neuseeland und Australien besucht hat, immer noch sehr viel Distanz zum deutschen Mediengeschäft, bis er sich auf ein neues Engagement einlassen kann. Geeignete Jobs dürften rar gesät sein. Die für ihn infrage kommenden Chefredakteurs-Posten sind derzeit gut oder neu besetzt, vielleicht kommt er ja nach dem Urlaub am Ende der Welt auf völlig andere berufliche Zukunftsgedanken.

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(Daniel Häuser) Foto: Facebook