Am Freitag erscheint das auflagenstärkste deutsche Print-Magazin in neuem Design. Wir trafen Chefredakteur Martin Kunz am Rande des VZB-Kaminabends zu einem persönlichen Gespräch und haben die besten Antworten gleich mitgeschnitten. Hier das Interview.

Relaunch der ADAC-Motorwelt – das klingt nach einer harten Aufgabe. Sind Sie jetzt eher geschafft oder erleichtert, dass das Magazin endlich im Druck ist?
Kunz: Die ganze Redaktionsmannschaft ist total gespannt: Wir erwarten natürlich Begeisterungsstürme von über 19 Millionen Mitgliedern, ermutigende Leserbriefe und viele schöne Imageanzeigen in den nächsten Heften. Im Ernst: Eine so umfassende Neuausrichtung ist immer ein Experiment – in unserem Fall allerdings ein sehr gut geplantes.

Für welchen Beitrag oder welche neue Rubrik haben Sie sich am stärksten eingesetzt?
Kunz: Die neuen, redaktionellen Regionalseiten der Motorwelt – da haben wir sicherlich den größten Sprung gewagt. Von spannenden Mobilitäts-Reports, Interviews und Berichten aus der Region haben unsere Leser einen großen zusätzlichen Profit und sie bieten heimatliches Lesevergnügen. Diese Seiten sind für uns so wichtig wie der Lokalteil für eine Tageszeitung.

Früher haben ja auch prominente Autoren wie Wolfram Weimer für Sie geschrieben. Warum finden solche meinungsstarke Kommentare nicht mehr statt?
Kunz: Die Leser werden Prominente entdecken, natürlich gibt’s Autoren, Kommentare und Meinung. Aber die Kombination passt nicht zum Konzept. Die Meinung der Mitglieder, wissenschaftlich fundierte Fakten und Experten-Analysen sind viel wichtiger als journalistische Einzelstandpunkte. Personalisierte Stücke sehe ich eher im Bereich der mobilen Unterhaltung – da haben wir auch einiges in Planung.

Ex-„Playboy“ Chef Stefan Schmortte hat sie beim Relaunch unterstützt. Hat er von Ihnen gefordert, die Miss-Tuning-Welt ins Blatt zu nehmen?
Kunz: Stefan Schmortte hat einen sehr gelungenen Dummy mitentwickelt, einen stilgebenden Autotest verfasst und eine Titelgeschichte geschrieben, die vermutlich im Sommer publiziert wird. Er hat vielleicht auch einmal über 90-60-90 gesprochen – aber ich dachte, das wäre eine mir unbekannte, neue Reifengröße.

Glauben, Sie dass Sie im Heft jemals wieder über den Gelben Engel berichten werden?
Kunz: Sorry, ich muss mal schnell ins Archiv.