Einer der wenigen Fachbesucher der „GQ – Männer des Jahres“ war ein guter Bekannter des Berliner Medienbusiness. Er konnt nicht so lange bleiben und es gab einen guten Grund. Heute ist Jo Groebel 66 Jahre alt geworden. Um Mitternacht feierte er privat einfach weiter. Gröbel ist in den letzten Monaten nicht mehr ganz so oft Experte in der Kommunikationswirtschaft. Wie er erzählte nutzte er beispielsweise ganz kurzfristig Angebote, um zu verreisen. So war er beispielsweise zuletzt an der Algarve.  Ihm zu Ehren stellen wir eine Geschichte aus dem gedruckten Clap-Magazin online.

Wann immer eine Zeitschrift, ein Sender – ja, die Republik – eine Expertise über das mediale Geschehen braucht, muss er (fast unerträglich häufig) herhalten: Jo Groebel. Clap wollte testen, ob der Direktor des Deutschen Digital Instituts auch zu anderen Themen aus der verbalen Pistole schießen kann. Er kann!

 

Herr Groebel: Sollten Männer in Zukunft mehr gepunktete Krawatten tragen?

Auf jeden Fall! Denn im nicht aufzuhaltenden Siegeszug alles Weiblichen spielt die runde Form eine entscheidende Rolle. Da kann ich nur dringend raten: Punkte! … Violetttöne mit Gelb fände ich dabei ganz besonders toll. Außerdem haben wir in regelmäßigen Abständen ja Renaissancen aller möglichen popkulturellen Perioden. Und zu meiner Jugendzeit gab es eine Band – „The Move“ –, die zum ersten Mal schreiende Farben und eben gepunktete Krawatten in unmöglichen Kombinationen kultivierte. Dann gab es diese Mode noch einmal in den Achtzigern … Ja, die Zeit ist wieder reif!

Welche Auswirkung könnte die zunehmende Verwendung von arabischem Bergkraut für die Deutschen haben?

Eine entscheidende! Weil sich so durch die Hintertür eben doch eine Globalisierung der arabischstämmigen Esskultur vollziehen könnte. Wir haben mit Coca-Cola ja geradezu einen Inbegriff dessen, was nur zu gern gegen die Amerikaner ins Feld geführt wird. Sprich: ein globales Vermarktungsinstrument, eine Überzuckerung und Verdicklichung der Menschen. Diesem das arabische Bergkraut entgegenzusetzen, das ja bekannt dafür ist, zu einer asketischen Abmagerung zu führen – ich finde, das ist erst einmal interessant! Es ist ein spannender Hinweis darauf, dass hier nicht mit großen Parolen eine Veränderung der Weltphilosophien über den Genuss stattfindet. So wie Amerika mit Coca-Cola und McDonald’s die Welt erobert hat, stehen wir kurz vor der eigentlichen Übernahme unserer abendländischen Kultur durch das arabische Bergkraut.

Brauchen wir ein Händeschüttelverbot in Einbahnstraßen?

Unbedingt! Ich bin übrigens auch für ein Lachverbot. Denn Passiv-Lachen ist für Depressive unglaublich gesundheitsgefährdend. Also brauchen wir selbstverständlich auch ein Händeschüttelverbot in Einbahnstraßen. Warum, ist auch sofort klar: Was wir dort immer wieder sehen müssen, ist, dass Leute plötzlich anhalten, aussteigen und erregt anfangen, mit einem Bekannten Hände zu schütteln. Man kann nicht überholen, weil die Straßen in der Regel zu eng sind. Das spitzt die Situation im ohnehin schon überlasteten Straßenverkehr dramatisch zu. Her also, mit dem Händeschüttelverbot!