Kai Diekmann hält die Medienbranche in Atem. Erst die Bekanntgabe seines Abgangs nach Weihnachten, kurz danach die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Selbstverständlich wird nun allseits mit großer Spannung erwartet, wie es nach den Vorwürfen um den scheidenden Gesamtherausgeber weiter geht. Womöglich erst nach seinem Weggang bei Axel Springer, der bekanntlich schon für Februar vorgesehen ist.

Auch Clap hat die Lage beobachtet. Was ist interessantes, beiläufiges oder auch nebensächliches beinahe unbeachtet während der letzten Tage passiert?

 

  • die großen überregionalen Medien berichten unisono über den Fall Diekmann sachlich, die letzten Meldungen sind auch schon ein paar Tage her
  •  der Scoop bringt der Spiegel-Redaktion die ersehnte (?) große Aufmerksamkeit. Gefühlt fast genau so viel, wie bei den eher mittelmäßig gelaufenen Football-Leaks
  • der Kai Diekmann-Blog ist immer noch online und macht auch in der gekürzten Version immer noch mehr Spaß, als die technisch versierte neue Inside-App von Springer
  • das Verhältnis zu Mathias Döpfner wirkt nach außen hin intakt, er sprang Diekmann verbal zur Seite, als Unbekannte ihn kürzlich fotografiert haben. Wird er das noch machen, wenn Diekmann schon im nächsten Monat nicht mehr offizieller Angestellter bei Springer ist?
  • sein zuvor öffentlich gemachter Abgang kam gar nicht so überraschend, wie manche Beobachter meinten
  • Diekmanns Anwalt hat ihm offensichtlich nicht geraten nichts zu sagen, auf Facebook (tolle Katzenfotos übrigens) und Twitter ist er aktiv wie eh und je, auf Anfragen antwortet er freundlich
  • beruflich ist für Diekmann scheinbar auch nach den Vorwürfen alles offen. Wird er demnächst wieder an einer Stelle mit Einfluss und Strahlkraft auftauchen? Das wünschen sich jedenfalls etliche Branchenteilnehmer
  • Edda Fels gibt es doch noch. Die sich in den vergangenen Jahren nur sehr selten (öffentlich) zu Wort meldende langjährige Springer-Unternehmenssprecherin nahm recht ausführlich Stellung, der Fall hatte ja auch mehr als genug Relevanz
  • Jörg Kachelmann gibt sein bestes Interview bei der „taz“, Schadenfreude hat er nicht, schreibt er, doch wer könnte es ihm verübeln, wenn er die Sache genüsslich verfolgt?
  • hängt der Haussegen schief bei Kai Diekmann und Katja Kessler? Nicht unbedingt. In ihrem im letzten Jahr erschienenen Buch „Das muss Liebe sein“ schreibt sie entspannt über alle Arten von Beziehungen.

Wobei – vielleicht ist ja auch gar nichts passiert.

Bild+Text: dh