Der Geschäftsführer der Agentur d.Tales hat uns mal ein paar Hinweise aufgeschrieben, wie mit der alltäglichen Informationsflut besser zurechtzukommen ist. Der Text erschien im vergangene Woche erschienenen „Clap“-Printmagazin, aufgrund der Nachfrage steht er nun heute online.

Der alltägliche Wahnsinn im Newsfeed hat vor einigen Monaten zu meiner ganz persönlichen Social Media Guideline geführt. Darin skizziere ich, wie ich seitdem mit der Infoflut auf Twitter, Facebook, LinkedIn und Xing umgehe, ohne meine liebgewonnene digitale Welt zu verlassen.

  1. Meine persönliche Ausgangslage als Newsjunkie: Ich bin ein neugieriger Mensch und mag News. Doch irgendwann ist selbst mir die Menge der Informationen zu viel geworden. Aus diesem Grunde setze ich nun auf eine radikale Content-Reduktion, filtere verstärkt das für Relevante heraus und verzichte auf digitales Beiwerk, was meinen Alltag nur durcheinanderbringen würde.
  2. Spreu vom Weizen trennen: Es lohnt sich, die eigene Lesezeit zu definieren und sie bewusst zu nutzen. Während der Arbeitszeit schaue ich als Content-Marketing-Interessent natürlich, was es an Branchennews gibt und halte meine Lieblingslesestücke fest. Dazu nutze ich den Social-Book-Marking-Dienst Refind und den Read-it-Later-Service Pocket. Die abgelegten Lesestücke lese ich meistens morgen vor oder abends nach meiner Bürozeit.
  3. Newsletter kosten viel Zeit: Abonnieren lassen sich die tückischen E-Mail-Newsletter relativ schnell. Doch danach dringen sie täglich, wöchentlich oder monatlich in meine Mailbox ein und lenken mich ab. Daher überprüfe ich immer wieder, ob ich sie überhaupt noch lesen will und trenne mich recht schnell von vielen wieder. Eigene Ordner für den Newsletter lassen die Inhalte ungelesen veralten und funktionieren bei mir nicht. Deshalb bestelle ich sie ab oder schicke sie in den Spam-Ordner. Ich bevorzuge stattdessen den RSS-Feed eines Content-Angebots und nutze dabei Pocket als Newsreader.
  4. Schlechte Inhalte nerven nicht: Ich scanne die ersten Absätze, lese nicht weiter und verschwende dadurch keine Zeit. Aber ich merke mir die Urheber und muss diese nicht mehr lesen.
  5. Gute Inhalte stören mich: Weil ich sie zu gerne sofort lesen und mit meinen Followern auf Twitter teilen würde, aber dafür nicht die Zeit habe. Über meine persönliche Filterblase freue ich mich, weil sie mir tatsächlich sehr lesenswerte Lektüre vermittelt. 
  6. Ich setze auf Lesezeiten: Innerhalb der normalen Arbeitszeit lese ich nur das Notwendige. Doch was der persönlichen Weiterbildung dient und mich unterhält, das verbanne ich auf die Zeiten vor und nach meiner Arbeit sowie auf bewusste Pausenzeiten. Alles andere hebe ich mir via Pocket zum Späterlesen auf. Was wirklich wichtig ist, wird dann zur Lektüre.
  7. Aktiv Social Media nutzen: Das geht nur, wenn ich regelmäßig Neues zu berichten habe. Dazu nutze ich die App Flipboard als Filter-Tool. Darüber kann ich eine von mir priorisierte Twitter-Liste als Magazin abrufen und erhalte einen schnellen Überblick und eine gute Grundlage für meine Tweets @klauseck. Auf Twitter will ich nicht verzichten.
  8. Zero E-Mail ist mein Ideal: Wenn ich wenig Zeit habe, überfliege ich die Newsletter nicht einmal, sondern lösche sie ungelesen. Meine anderen E-Mails wandern unmittelbar in meine To-Do-Listen auf Todoist. Interne E-Mails haben wir in meiner Agentur d.Tales durch Trello weitgehend reduziert, sodass ich an vielen Tagen tatsächlich eine leere Mailbox erhalte.
  9. Informationen tagge ich: Dadurch geht auch das Ungelesene nicht verloren, sondern dient als Grundlage für meine Blog- oder Fachartikel.
  10. Niemand muss alles lesen: Von 50 getaggten Bookmarks gelangen vielleicht 20 in meine tägliche Lektüre. Das andere wird von mir gelöscht oder auf Refind als Social Bookmark festgehalten. Jedes kleinste Content-Stück nimmt mir die Zeit, mich auf einen Roman oder ein Fachbuch zu konzentrieren. Text: Klaus Eck