In der FAZ forderte Julia Jäkel in dieser Woche Facebook mit deutlichen Worten auf, ein „paar ernsthafte Probleme zu lösen“. Der Social Media-Riese solle endlich die Flut von Fake News und rechter Propaganda eindämmen, so die Gruner + Jahr-Chefin. Das wäre sicher wünschenswert. Allerdings fragt sich die Branche schon seit Jahren, ob sie denn selbst bei Facebook aktiv ist. Es gibt tatsächlich einen auf ihren Namen angemeldeten Account. Viele Branchenteilnehmer sind dort mit ihr befreundet, Bernd Buchholz oder Judith Rakers gehen also davon aus, hier die richtige Julia Jäkel zu erreichen. Allerdings bleiben etwa die an sie gerichteten Geburtstagsglückwünsche seit Jahren unbeantwortet.

Es gibt lediglich einen einzigen verlinkten Beitrag, der auf günstige Ray Ban-Sonnenbrillen hinweist – sicherlich nicht von ihr erstellt. Julia Jäkel ist also zumindest eine recht passive Beobachterin des Social Media-Geschehens. Einige andere Print-Experten sind dagegen mitten drin, sorgen mit ihren Beiträgen dafür, dass Fake News durch Expertenmeinungen im Zaum gehalten werden. Allen voran Jäkels Ex-Kollege Dominik Wichmann zum Beispiel, oder auch Burda-Fachmann Reinhold G. Hubert (der jetzt „Focus“ berät) oder auch Moritz von Laffert von Condé Nast. Um nur einige zu nennen. Womöglich lässt sich das Geschehen rund um Facebook oder auch Twitter besser beurteilen, wenn sich die Entscheider mit eigenen Beiträgen selbst ein Bild von der Lage verschaffen. (dh)