Die komplette Mannschaft der Zeitschrift „Madame“ wird nach dem Abschluss des Verkaufs an Bauer Media umziehen. Vom bisherigen Standort in der Münchner Maxvorstadt geht es dann zügig in den vom Münchner Zentrum entfernteren Standort in der Charles-de-Gaulle-Straße. „Die Madame-Redaktion bleibt in München. Sie wird nach Kartellfreigabe an unseren Münchner Standort ziehen“, heißt es bei Bauer. „Madame“ zieht damit nach der jüngeren, wechselvollen Geschichte mit mehreren Eigentümern innerhalb weniger Jahre schon zum dritten Mal in München um. Vom Luisenhof in die Sandstraße. Von der Sandstraße in die Leonrodstraße. Und nun von der Leonrodstraße in das Bauer-Medienviertel.

Bauer kann an seinem bayrischen Standort gut auffüllen, nach den Verkleinerungen der Redaktionen von „Bravo“ ist dort Platz entstanden, der jetzt dringend benötigt wird. Denn auch die Redaktionen von „It’s Style“ und vor allem „Maxi“, die bald dazu kommen werden, sind nicht so klein.

Möglich, dass der Kauf von „Madame“ der Initiative und den Beziehungen von Verlagschef Robert Sandmann zuzuschreiben ist. Denn er wirkte zuvor bei Medweth in der Geschäftsführung und hat beste Beziehungen zum Unternehmenslenker Christian Medweth. Gut denkbar wäre auch gewesen, dass sich die Funke Mediengruppe die Zeitschrift unter den Nagel reißt. Nun aber kommt Bauer zum Zug.

Allerdings ist der in der Medienbranche spekulierte Verkauf der Vision Media-Frauenzeitschrift „Jolie“ damit noch nicht vom Tisch. Nachdem Funke ja bereits „Myself“ und „Donna“ gekauft hat, würde sich ohnehin „Jolie“ besser ins Münchner Frauenzeitschriften-Portfolio einordnen lassen, als die „Madame“. Gut möglich also, dass es in den kommenden Wochen noch weitere Nachrichten aus der Medweth Gruppe geben wird. (dh)