Es geht gleich gut los: „My friend… Here is the Donald“, schreibt Klaus Brinkbäumer zunächst über sein erstes Telefongespräch im Jahr 2008 mit dem jetzigen US-Präsidenten Donald Trump. In seinem ersten großen Buch, das seit ein paar Tagen erhältlich ist, erzählt der „Spiegel“-Chefredakteur also auch über den Mann, dem er schon so viele „Spiegel“-Titel-Geschichten gewidmet hat und den er offensichtlich persönlich ganz gut kennt. Aber warum hat er es so mit dem Amerika-Thema? Warum schreibt er einen „Nachruf“ auf das Land?

Mit den USA verbindet Brinkbäumer ein langer Lebensweg. Seit dreißig Jahren hat Brinkbäumer mit den Vereinigten Staaten ein enges Verhältnis. Er hat an der University of California in Santa Barbara studiert und war auch danach regelmäßig dort und verfolgte natürlich kritisch das politische und kulturelle Leben. 2007 wurde Brinkbäumers Lebenstraum Realität – er ging als Korrespondent des „Spiegel“ nach New York. So erlebte er die Krisenjahre und die Jahre der Präsidentschaft Obamas hautnah mit. Das Buch wir beworben mit: „Er kennt das Land wie wenige andere.“

Brinkbäumer leidet also als eigentlicher USA-Liebhaber stärker als andere darunter, wenn einem das Land unter Trump täglich fremder wird. So zeichnet er im Buch das Porträt einer Nation, die für ihn Jahrzehnte wegweisend  gewesen ist. Und er glaubt, dass die Entfremdung mit Deutschland weiter anhalten wird: „Das Ende dieser einst so verlässlichen Beziehung wird unsere Zukunft wesentlich bestimmen“, fürchtet der Amerika-Fan.

Das Clap-Porträt zum Spiegel-Chef gibt es übrigens hier. (dh)

Foto: Alexander von Spreti