Man muss mit Paul Breitner nicht unbedingt immer einer Meinung sein. Aber bei einer gepflegten Fußball-Talkrunde ist er mit seinen alternativen Ansichten meistens ein Gewinn. So auch bei der Vorstellung der neuen History-Eigenproduktion „History of Football“ im Münchner Club „Stadion an der Schleißheimer Straße“. Falls die deutsche Nationalmannschaft ihren Titel nicht verteidigen kann erwartet er wieder einmal unangemessenes Zähnklappern von den deutschen Medien und dem Publikum: „Die deutsche Öffentlichkeit erwartet vor jedem Turnier, dass die deutsche Nationalmannschaft jedes Turnier gewinnt. Das ist die Voraussetzung, denn alles andere macht ja keine Freude. Zweiter, Dritter, Vierter, First Loser – das geht ja gleich gar nicht.“ Und falls das Team im entscheidenden Spiel verlieren sollte: „Wenn du ein WM-Finale verlierst, dann vergiss es.“

Eine entscheidende Rolle bei der Serie wird Wigald Boning spielen. Er wird fernab von Megatransfers und Kommerz auf Persönlichkeiten und Vereine treffen, für die der Fußball weit mehr als Sport bedeutet. Er sagte vor Ort: „Kommerzialisierung ist ein Begriff, der mir in den Gesprächen mit den Menschen immer wieder begegnete – Doping, Korruption, die WM in Quatar – das hab‘ ich an jedem unserer Drehorte gehört. Und dann dachte ich, warum verfolgen die Leute die Spiele und warum schauen sie sich diese an? Es muss sich um Liebe handeln. Wenn man die ganzen Negativ-Aspekte, die man beklagt, nimmt und dann trotzdem die Spiele verfolgt, muss es sich um eine unkapputbare, immerwährende Liebe handeln.“ (dh)

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Boning in seiner neuen Rolle als Fußballfachmann.

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Volles Haus in der Schleißheimer Straße.

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History-Chef Andreas Weinek in neuer Rolle als Fußballexperte.

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Und hier nochmal die ganze Runde mit Moderatorin Britta Hofmann (Sky, ganz vorne) und Produzent Emanuel Rotstein (ganz hinten).

Fotos: History