Seit Anfang des Jahres steht der Medienkonzern ProSiebenSat.1 auf den drei Säulen Content Production, Commerce und Entertainment. Nach dem gestern verkündeten Abgang von Digitalvorstand Christof Wahl steht der von ihm mit geführte Bereich „Entertainment“, der wichtigste im Unternehmen, vor einer Neuordnung. Denn den leitet er bis Ende Juli zusammen mit der Sales-Vorständin Sabine Eckhardt und dem neuen CEO Max Conze. Wie geht es nun weiter?

Mit dem Weggang von Wahl könnte Eckhardt, die vor der Inthronisierung von Conze mehrfach in etablierten Wirtschaftsmagazinen schon als führender ProSiebenSat.1-Kopf gehandelt wurde, künftig noch mehr Kompetenzen bekommen. Denkbar wäre beispielsweise eine noch engere Zusammenarbeit des Sales- und Content-Bereichs.

Wohin dies führen könnte, zeigt der im Mai verkündete Kooperationsvertrag mit dem Burda Verlag, den sie zusammen mit Burda-Mann Philipp Welte ausgehandelt hat. Die Medienunternehmen kooperieren nunmehr eng: „Germanys Next Topmodel“ wird bereits von einer Burda-Zeitschrift präsentiert. „Instyle“-Chefredakteurin Kerstin Weng wählt im ProSieben-Format „Perfect Shot“ als Jurorin Fotos für „Instyle“ aus.

Eckhardt könnte mit mehr Kompetenzen in ihrer neuen Position noch weitere Bündnisse für medienübergreifende Markenkooperationen anstreben. Womöglich auch für den Digitalbereich? Hier rückt beispielsweise Maxdome in den Fokus. Der Netflix-Konkurrent agierte im letzten Jahr unter Wahl glücklos. Die angestrebte schwarze Null wurde verfehlt. Nun soll Maxdome stärker in das Video-Joint-Venture 7TV integriert werden. Womöglich sind aber bei Maxdome zusätzlich noch neue Bündnisse oder Entscheidungen notwendig. Ob Eckhardt hier nun ein Wörtchen mitspricht?

Das letzte Wort für eine künftige Richtung aber hat natürlich Max Conze, der nun nur wenige Tage nach seiner Amtseinführung schon eine so wichtige Personalie zu verantworten hat. Marktbeobachter dürfen gespannt sein, ob es in dieser Geschwindigkeit weitergeht. (dh)

Foto: ProSiebenSat.1