Nach der Ära Aust kommt das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ personell nicht zur Ruhe. So viele Chefredakteurswechsel in den vergangenen Jahren, aber routiniert läuft das Ganze bei den Hamburgern wohl niemals ab. Eher wird daraus immer ein großes Drama. Und was wird nun aus Brinkbäumer, der auf den Bildern zum gestrigen Senatsempfang zum 70. Geburtstag des „Stern“ nicht zu sehen ist?  Bleibt er nun oder geht er?

Die aktuelle Pressemitteilung belässt es im ungefähren: „Mit Klaus Brinkbäumer werden Gespräche über eine neue Aufgabe beim ‚Spiegel‘ geführt.“ Aber ein Tweet von Klaus Brinkbäumer gestern lässt schon einiges vermuten: „Ein wenig geht’s noch weiter, aber für 25 wunderbare Jahre danke ich den besten Redaktionen Deutschlands schon heute. “ Gut möglich also, dass er noch bleibt bis die gemeinsame Redaktion von Spiegel und Spiegel Online Anfang 2019 steht.

Danach werden die Karten für ihn wohl neu gemischt. In seinem Spiegel-Vertrag steht, dass der Amerika-Experte als Büroleiter nach New York gehen könnte. Doch wird er diese Option wirklich ziehen? Nach 25 Jahren könnte sein Weg beim Nachrichtenmagazin eher zu Ende sein, er hat dort alles erreicht. Sein Verhältnis zur Mitarbeiter KG  ist, wie Clap erfahren hat, nunmehr abgekühlt. 

Nach außen hin gab Brinkbäumer immer ein smartes und glaubwürdiges Bild als „Spiegel“-Chefredakteur ab, als 1. Journalist Deutschlands sozusagen. Zu würdigen ist seine Leistung, dass er den Spiegel unter seiner Führung für Außenstehende nahbarer gemacht hat. Empathie ist und war für ihn kein Fremdwort. Aufgezeichnet haben wir im Clap-Porträt über ihn die Aussage: „Mit Abwarten kommt man nicht weiter“. Also wird er auch in dieser Situation nicht Abwarten und Tee trinken, sondern handeln.

Und wie sich an seinen Vorgängern Büchner, Mascolo oder aktuell auch Blumencron ablesen lässt: es gibt auch ein Journalistenleben nach dem „Spiegel“. Apropos Blumencron: Fast geräuschlos ging dagegen der Wechsel von Brinkbäumers Vor-Vorgänger Mathias Müller von Blumencron zum „Tagesspiegel“ über die Bühne, der nun in derselben Woche seine neue Arbeitsstelle kommunizieren ließ. Zufälle gibt’s… (dh)

Foto: Alexander von Spreti