Am vergangenen Sonntag kaufte ich, altbacken wie ich sein kann, die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ in gedruckter Form. Und sah eine Überschrift in Sachen Facebook und Sheryl Sandberg.

Abends sah ich, altbacken wie ich sein kann, im „Heute-Journal“ einen Beitrag (oder war es doch die Tagesschau?) mit Sheryl Sandberg, der die Vorzeige-Dame auf dem DLD in einem Vortrag zeigte. Und erfahren konnte ich, dass Facebook 6,5 Millionen Euro spendieren wird, damit an der TU München ethische Grundsätze bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz erforscht werden können.

Natürlich kam in den Nachrichten auch ein Professor zu Wort, der das Engagement von Facebook kritisch sieht, weil möglicherweise nicht garantiert ist, dass die Forscher forschen können ohne von Facebook beeinflusst zu werden. Das ist aber fast schon eine reflexartige Haltung von bestimmten Forschern, wenn Unternehmen oder Unternehmer sich finanziell engagieren in der Ausstattung oder Unterstützung von Lehrstühlen, eine konservative Haltung eben.

Bemerkenswert aber ist dieser konservativ anmutende Kommunikationsansatz von Facebook. Allen Social Media-Kanälen zum Trotz die Facebook entweder gehören, oder die sie zu bedienen wissen, wählte man die klassische Methode. Großes Interview mit einem Leitmedium, zeitlich wie aus einem alten Mediaplan, gepaart mit einem Auftritt auf einem passenden Event mit Nachrichtenfeature im öffentlich-rechtlichen, linearen Fernsehen!

Gekürt durch den Einsatz finanzieller Mittel um die Wissenschaft zu unterstützen, zu einem Thema in dem man selbst leichte Probleme hat, oder sich eben einen Imagegewinn erhofft. Zur Einschätzung der 6,5 Millionen kurz die Orientierung, dass Facebook grob etwa alle 20 Minuten so viel verdient, noch dazu die 6,5 Millionen insgesamt über fünf Jahre fließen – der Imagegewinn jedoch, die langfristige Wirkung und die Nachhaltigkeit haben jetzt schon einen Mediawert erzielt, der diesen Betrag als smarte Investition erkennen lässt.

Ich grübele ja in diesen Tagen immer wieder wie ein optimaler Mediaplan aussehen muss, um so digital wie möglich zu sein ohne die Klassiker außen vor zu lassen. Aber rein wirkungstechnisch hat dieser Facebook-Auftritt bei mir mehr Wirkung hinterlassen als alles andere was ich zuvor erlebt habe. Noch dazu es einen Auftritt einer echten Person bedeutete, die von Mark sprach. So als ob sie ihn auch wirklich kennt.

Facebook ganz klassisch. Hat bei mir richtig gut funktioniert!

Foto: Ruppografie.de