Die VZB-Jahrestagung heißt jetzt Mediengipfel. Sonst ändert sich nix? Zumindest fast nichts, Location und Setting sind geblieben. Ein paar neue Köpfe der Printbranche aber ließen sich gestern im Lenbach Palais blicken. Und inhaltlich? Funke-Mann Jörg Quoos brachte interessanter Weise seinen Chef Andreas Schoo mit, der derzeit einiges im Esseener Headquarter umkrempelt und auch was zu sagen hatte. Übrigens: Was Waltraut von Mengden zur Umbennung ihrer wichtigsten Veranstaltung sagt, können Sie sich in unserem Video ansehen.

Wichtiges Thema in der Talkrunde waren die Paid-Content-Strategien der Verlage, die zwar immer besser werden würden, aber noch verbessserungswürdig seien. Insbesondere Funke-Boss Andreas Schoo schaltete sich zum Thema ein und forderte: „Fakt ist – Paid Content funktioniert. Zieht die Bezahlschranke hoch!“. Klambt-Chef Lars-Joachim Rose zeigte sich da deutlich zurückhaltender und ist noch nicht überzeugt, dass die Online-Ableger der Zeitungen und Zeitschriften wirklich mit Paid Content gutes Geld verdienen können.

 

Der frühere ProSiebenSat.1-Unternehmenssprecher Julian Geist (ganz rechts im Bild) merkte an, dass die Verlage daran arbeiten sollten, ein gemeinsames Bezahlsystem zu verwenden. Denn die Usability sei das Kernproblem. Viele Leser hätten einfach keine Lust dazu, sich umständlich jeweils einzeln bei Süddeutsche & Co. anmelden zu müssen und immer wieder die eigenen Daten einzugeben. „Wir nehmen ihre Kritik ernst“, sagte Funke-Mann Schoo. 

Außerdem forderten Geist und die scheidende ProSiebenSat.1-Vorständin Sabine Eckhardt ein Umdenken am Point of Sale und dort eine neue Ästhetik. Zeitschriften dürften nicht nur einfach lieblos an der Kasse liegen. Dort würden sie quasi „unter Wert“ verkauft. Es müssten neue Zeitschriften-Erlebniswelten geschaffen werden. Eckhardt nannte dabei auch als Beispiel aus dem TV-Bereich die Sky-Sportsbars. Vertrieb müsse insgesamt neu gedacht werden. 

Moderator Jörg Quoos nahm trotz seiner Funktion als Moderator an der Diskussion teil und forderte die Beibehaltung von Korrespondentenstellen.

VDZ-Präsident Rudolf Thiemann sorgte sich in seiner Keynote um die Regelungen bei den 24-Monate-Abos der Zeitschriften.

Zum ersten Mal bei der VZB-Tagung: die neue VDZ-Sprecherin Sandra Pabst (ganz links im Bild), erst seit ein paar Tagen Nachfolgerin von Peter Klotzki. 

Im Vorfeld sprachen wir mit Waltraut von Mengden und wollten unter anderem wissen, was sie sich von der Umbenennung ihrer Veranstaltung erhofft. (dh)

Kamera und Schnitt: Alexander von Spreti