Ab morgen müssen Spiegel-Käufer mal wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Hamburger erhöhen den Copy-Preis von 5,30 Euro auf 5,50 Euro. Das kommt alles andere als überraschend. Bei der letzten IVW-Bekanntmachung vom letzten Freitag konnte das Nachrichtenmagazin zwar eine stabile Auflage melden mit einem geringen Minus von einem Prozent. Allerdings profitierten die Manager von der Ericusspitze dabei nicht etwa von den stabilen Papier-Verkäufen, sondern vor allem von der größeren Zahl an ePaper-Abonnenten und natürlich den mit zu wertenden neuen Spiegel-Plus-Kunden. 

Insofern ist es in einer Zeit der sinkenden Blatt-Auflagen sicherlich eine legitime Maßnahme reduzierte Vertriebserlöse mit einem steigenden Copy-Preis auszugleichen. „Der Spiegel“ nimmt mit der Maßnahme sicherlich noch stärker als andere Blätter eine Vorbildfunktion ein. Gut möglich also, das der „Stern“ oder auch der „Fokus“ demnächst nachziehen werden. Beide mussten bei der vergangenen IVW-Prüfung noch ein höheres Minus verkraften. Über 40.000 Abonnenten und Kiosk-Käufer verlor beispielsweise der „Stern“ im Vergleich zum Vorjahr.

Bereits Konsequenzen gezogen aus dem Auflagenminus hat „Bravo“. Die Jugendpostille aus der Bauer Media Group erhöhte kürzlich von 2,10 Euro auf 2,40 Euro. (dh)