Das gefiel Ex-„Spiegel“-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron gar nicht, was da sein Nachnachfolger im Hamburger Presseclub gesagt hat: „Wir arbeiten in einer sterbenden Branche, machen wir uns nichts vor. Wir werden sehen, welche Titel Verlage am Ende übrig bleiben. Allzu viele werden es nicht sein“, sagte Klusmann vor einem größeren Medienpublikum. Einschränkend meinte er zwar, dass „Der Spiegel“ immer zu den lebenden Titeln dazugehören würde, aber von Blumencron ärgerte sich offensichtlich über die wenig kämpferische Einstellung von Klusmann in Bezug auf Printmedien. Zu seiner Zeit an der Ericusspitze hätte er, das ließ er damit durchblicken, so niemals gesagt. 

„Nein lieber Kollege, nicht eine ganze Branche stirbt, sondern eure Hoffnung. Und eure Selbstachtung“, twitterte erstaunlich offen von Blumencron vorgestern. Die provokante Meinungsäußerung zog natürlich eine Reihe von anderen Kommentaren nach sich: So zum Beispiel kam einer von Ex-„Focus-Online“-Chefredakteur Jürgen Marks: „Die Branche, wie wir sie kannten, verlor an Relevanz, seit jeder selbst publizieren und ein Millionenpublikum erreichen konnte, @mtblumencron. Ob sie stirbt? Nein.“

Andere sehen das in den Kommentaren ähnlich wie  von Blumencron: „Das ist ja auch wirklich Quatsch. Sie stirbt nicht, sie verändert sich. Wenn auch massiv…“, meint beispielsweise der Audio/Video Chef Andreas Krobok von FAZ.net, dem früheren Arbeitgeber von Mathias Müller von Blumencron.

Nur „Spiegel“-Journalist Frank Dohmen sprang Klusmann, zumindest bei Twitter, zur Seite: „Lieber Mathias, die (Selbstachtung – Anmerkung der Redaktion) haben wir endlich wieder!“ (dh)