Dieser Verschlankungsprozess nimmt wohl so schnell kein Ende. Sky Deutschland-Personalien halten seit Monaten die Branche in Atem. Erneut wurde in dieser Woche bekannt, dass ein weiterer bekannter Medienmanager Sky Deutschland verlässt. Mit Thomas Deissenberger geht allerdings nicht irgendwer, sondern einer der wesentlichen Köpfe des Pay-TV-Unternehmens. Noch vor wenigen Wochen präsentierte der Sky Media-Chef sein Unternehmen bei den Screenforce Days und war für die Fachpresse der relevante Ansprechpartner. Nicht auszuschließen ist, dass er dort allerdings schon vom heran nahenden Ende des Beschäftigungsverhältnisses wusste. Denn in diesen Tagen sprachen in Köln alle über die dort bekannt gewordenen Sky-Personalien Ralph Fürther und Roman Steuer. 

Die Frage ist, wie Deissenbergers Nachfolger Jacques Raynaud in seiner neuen Doppelfunktion als Vice President Sports & Advertising Sales die Aufgabe der Führung von Sky Media allein bewältigen wird. Insbesondere, nachdem nun mit Deissenberger, und Martin Michel bereits seit vergangenen Jahr, zwei veritable Größen im Vermarktungsgeschäft den Ton nicht mehr angeben können. Immerhin verbleibt wohl aber Bernd Daubenmerkl im Unternehmen. Der frühere Eurosport Media-Managing Director ist seit Oktober 2015 Director International Sales & Partnerships.

Neben Deissenberger und nun auch Chief Commercial Officer Marcello Maggioni wurde kürzlich aber erneut weiter ausgedünnt. Wie Clap erfahren hat, gab es in der Führungsetage noch weitere Weggänge bei Sky Deutschland. Rainer Ingber (links im Bild) hat bereits die Unterföhringer verlassen. Ein echtes Urgestein, er war rund 20 Jahre lang beim Pay-TV-Unternehmen tätig. Zuletzt war er Senior Vice President Film Acquisitions. Er fädelte beispielsweise im vergangenen Jahr den neuen Film-Deal mit Warner ein. 

Vor rund 14 Tagen wurde auch der Weggang von Paul Sexton-Chadwick bekannt. Bevor dieser Chef von Sky Ticket wurde, leitete er bis 2018 den Bereich Business Solutions. Also das Sky-Geschäft mit Gastronomie, Hotellerie und Kliniken. Chadwicks Nachfolger blieb nicht lange im Amt. Nach Clap-Infos verlässt auch Oliver Lewis ebenso wie Rainer Ingber Sky Deutschland. Lewis kam 2009 zu Sky Deutschland und war damals auch an der Markteinführung von Sky Go beteiligt. Er arbeitete bereits seit 2001 bei der Sky Group in Großbritannien und Deutschland.

Ist jetzt bald Schluss mit den Personalien? Sky-Chef Carsten Schmidt kündigte vor kurzem im Handelsblatt an, das der gesamte Prozess im September abgeschlossen sein soll. „Das Freiwilligenprogramm, das wir ja schon vor einigen Wochen kommuniziert hatten, ist inzwischen beendet“, heißt es auch aus dem Unternehmen. Vier Wochen lang können also in dieser Hinsicht noch Nachrichten kommen. (dh)