Ende letzten Jahres zog sich das Urgestein der deutschen Bezahlfernsehens, Gottfried Zmeck, von seinem aktiven Chefposten zurück. Der frühere Assistent von Leo Kirch übergab den Chefposten an seinen langjährigen Weggefährten Tim Werner. In seiner Funktion als neuer CEO der Mainstream Media AG konnten wir das erste Interview führen. Seine erste Bewährungsprobe ist der Mainstream-Event „Blaue Blume“, der in ein paar Wochen in Berlin laufen wird.

Herr Werner, Sie sind vor kurzem mit Mainstream nach Unterföhring umgezogen. Ist das jetzt wirklich besser für Sie, im großen Mediendorf zu arbeiten?

Werner: Der Mietvertrag lief aus, wir hatten den Führungswechsel vor Augen und deshalb wollten wir uns räumlich verkleinern und verändern.

Warum sind Sie eigentlich aus Ismaning weggezogen? War der Umzug Ihre Idee oder noch die Idee von Gottfried Zmeck? 

Werner: In Unterföhring profitieren wir von der hervorragenden Infrastruktur und der guten Anbindung an unsere Partner. Durch die direkte Nachbarschaft zu unseren Partnern Sky und Vodafone können wichtige Abstimmungen schnell und effizient erfolgen. Darüber hinaus haben wir jetzt ein viel moderneres, offenes Büro, das die interne Kommunikation enorm erleichtert.

Apropos Gottfried Zmeck. Sie sind ja nun seit einem halben Jahr neuer CEO der Mainstream Media AG. Was machen Sie anders als Ihr Vorgänger?

Werner: Das beantworte ich gerne Ende des Jahres.

Viele Streaming-Dienste suchen derzeit geeignete Partner. Warum haben Sie sich beispielsweise noch nicht Joyn angeschlossen. Deren Türen stehen ja derzeit für Gespräche angeblich weit offen. 

Werner: Wir sprechen mit allen und dort wo es wirtschaftlich und strategisch Sinn macht und rechtlich gestaltbar ist, sind wir schon integriert, wie bei Zattoo oder Amazon Prime Video Channels. Oder wir befinden uns in laufenden Gesprächen.

Bald kommt wieder der Blaue Blume-Award im Rahmen der Berlinale Berlin. Die wohl wichtigste Branchenveranstaltung ihres Medienunternehmens. In diesem Jahr haben Sie sich dafür mit „The Reed“ eine vergleichsweise lässige Hauptstadt-Location gemietet. Sie zielen darauf ab, dass eher so die coolen Branchenteilnehmer vorbeikommen? Wer ist denn als Stargast eingeladen?

Werner: Wir freuen uns sehr auf die spektakuläre neue Location im The Reed und sind überzeugt davon, dass sie für die Veranstaltung einen großen Mehrwert bietet. Natürlich wollen wir mit der Blaue Blume-Verleihung verstärkt den Filmnachwuchs ansprechen und setzen damit auf eine junge Zielgruppe. Die Sängerin und Schauspielerin Birte Hanusrichter wird als Musikact auftreten. Auch dieses Jahr begrüßen wir zahlreiche prominente Gäste aus der Film- und Fernsehbranche wie unsere Schirmherrin Bettina Reitz, Sky-Mann Marcus Ammon, Vivian Naefe oder Rebecca Immanuel.

Viele vergleichen die Blaue Blume mit den Shocking Shorts Award von NBC Universal. Wegen der ähnlichen Herangehensweise. Stört Sie dieser Vergleich? Wo liegen für sie die Unterschiede?

Werner: Der Vergleich mit den Shocking Shorts ist für uns in erster Linie ein großes Kompliment, da es sich ja um eine sehr etablierte und erfolgreiche Branchenveranstaltung handelt. Natürlich gibt es offensichtliche Unterschiede, zumal wir uns ja mit der Berlinale in einem völlig anderen Umfeld bewegen. Als Romance TV ist es uns außerdem besonders wichtig, junge Filmemacher für das Thema der Romantik zu begeistern und in der Öffentlichkeit auf die Vielseitigkeit des Themas aufmerksam zu machen. Damit haben wir mit unserer Veranstaltung eine Nische besetzt.

Viele wissen nicht, dass die Blaue Blume ein zentrales Symbol der Romantik ist. Trotzdem verschicken sie zum Award immer per Kurier blaue Rosen, die nicht immer in gutem Zustand in unserer Redaktion in den vergangenen Jahren angekommen sind. Werden Sie an dieser Praxis festhalten?

Werner: Wir haben Geschäftspartnern zum Valentinstag als kleine Aufmerksamkeit eine „Rote Rose“ ins Büro geschickt. Dort wo regelmäßig gearbeitet wird, ist die Blume auch unversehrt angekommen. Aber wir variieren auch mit diesen Aktionen, lassen Sie sich überraschen.

Fotos: Alexander von Spreti