Das Corona-Virus erreicht auch die Medienbranche. Vor allem aber betrifft es Bertelsmann, das Unternehmen hat in China rund 3.000 Mitarbeiter. Bislang sei zwar noch keiner vom Bertelsmann China Corporate Center oder dem Fonds Bertelsmann Asia Investments vom Corona-Virus betroffen. Von Geschäftsreisen nach China wird aber seit längerem grundsätzlich Abstand genommen. Doch die prekäre Lage beschäftigt die Zentrale in Gütersloh. So wurde ein Konzernkrisenstab ins Corporate Center einberufen, Vice President Martin Kewitsch erarbeitet seitdem forlaufend neue Handlungsempfehlungen.

In Bertelsmann-Unternehmen wie bei BMG oder BAI arbeiten die Beschäftigten nunmehr fast ausschließlich im Home Office. Aus vorhandenen Beständen wurden die nunmehr sehr bekannten Atemschutzmasken nach China gebracht. Insgesamt 10.000 Stück, das sollte für die Mitarbeiter erstmal ausreichen. Die Masken waren wegen der Lieferengpässe erbeten worden. Doch normales Arbeiten ist schwierig geworden in China. Meetings werden beispielsweise per Skype abgehalten. Immerhin hat sich eine Videokonferenz, die „BAI Night Hotline“, bereits in kurzer Zeit etabliert.

Aber auch anderswo in Asien ist Bertelsmann aktiv: In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur unterhält Arvato Systems einen Standort mit 170 Mitarbeitern. Hier hat das Tochteruntenehmen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. So wurde die Belegschaft in zwei Gruppen geteilt, die wechselnd im Home Office arbeiten, um so die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Aber es gibt auch positives: In dem Stadtstaat Singapur läuft der Betrieb am Standort von Arvato Supply Chain Solutions nach Bertelsmann-Angaben fast wieder normal, allerdings mit verringerter Mitarbeiterzahl. Die 60 Kollegen werden mehrmals täglich auf Fieber untersucht. Die Büros und Gemeinschaftsräume zweimal täglich desinfiziert.

Bertelsmann-Mitarbeiter, die wieder in Peking eintreffen, müssen im Anschluss 14 Tage zu Hause in Quarantäne verbringen. „Wir stecken seit drei Wochen ohne große Ablenkung zuhause fest“, sagt Willa Wang vom BMG -Synch-Team in einem internen Bertelsmann-Briefing. „Das reicht, um jeden in den Wahnsinn zu treiben. Hoffentlich ist es bald vorbei.“

Foto: Bertelsmann, Centers for Disease Control and Prevention (CDC)