Nicht nur der Shutdown gehört dringend sinnvoll gelockert, wenn dieses Land nicht Millionen kaputte Existenzen hervorbringen will. Sondern auch die Köpfe und Herzen der Menschen. Aus diesem Grund wollte der Autor dieser Zeilen, Clap-Herausgeber @DerBulo, seine Follower unterhaltend teilhaben lassen an einer kuriosen kleinen Beobachtung, die er am Mittwoch zusammen mit einem seiner Kinder in einem Münchner Edeka-Markt machte. „Zutritt nur als Einzelperson erlaubt“ – außer Pflegebedürftige und Mütter mit Kindern? Und was bitte ist mit den Vätern?! Also: Foto gemacht, mit Augenzwinkern hochgeladen …

… und dann nur noch gestaunt, wie seitdem in den Kommentaren über die Unterdrückung von Frauen und Männern gestritten wird. Manchmal humorig, meist aber verbissen bis verbittert. Über 640.000 Mal wurde der Tweet bisher gesehen, gut 13.600 mal geliked. Offenbar ein Thema, das sogar von humorvollem Boden aus in unerbittliche Höhen und Höhinnen wächst.

Anlass genug, bei Edeka um ein offizielles Statement zur „Causa Mama“ zu bitten, zumal die Lebensmittellieber dereinst ja schonmal mit einem missglückten Muttertagsspot den Zorn vieler Väter auf sich zogen. Die wenig überraschende Antwort eines Sprechers:

„Natürlich sind auch Väter mit ihren Kindern willkommen!“

Und weiter: Durch die genossenschaftliche Struktur sei jeder Marktbetreiber selbst für derlei Maßnahmen und die entsprechende Kommunikation verantwortlich. Und obwohl es für das Unternehmen oberste Priorität habe, die Lebensmittelversorgung für die Märkte sicherszustellen, nehme man solche „absoluten Unachtsamkeiten“ sehr ernst.

Das, in der Tat, wäre wünschenswert. Denn die zahlreichen Reaktionen im Netz zeigen, dass Menschen sich in schweren Zeiten nicht nur um ihren Klopapierstatus sorgen, sondern auch um die Art, wie achtsam mit ihren immateriellen Werten umgegangen wird.

(Bulo) Foto: Bulo