Wer beim Tennisturnier French Open die deutsche Filzball-Legende Tommy Haas live verfolgen wollte, musste überrascht festellen: Kein TV-Sender überträgt sein Match gegen US-Aufschlagmonster John Isner. Umso ägerlicher, dass sich der Tennis-Oldie auch noch in einem packenden 5-Satz-Krimi durchsetzte. Schuld war die verzwickte Eurosport-Programmplanung. Zur gleichen Zeit lief ein wichtiges Spiel in der Handball-Champions-League, das übertragen werden musste. Für solche Fälle könnte eigentlich der digitale Schwestersender Eurosport 2 herhalten. Doch auch da wurde der deutsche Tennisfan enttäuscht – kein Tommy Haas.

Stattdessen lief dort zur gleichen Zeit eine langweilige Partie eines Schweizers (nein, nicht Roger Federer) gegen einen ungesetzten Spieler. Es hagelte Zuschauerbeschwerden. CNBC-Korrespondentin Carolin Roth twitterte: „Enttäuschendes, chaotisches Programm“. Auch wenn Eurosport in Deutschland auf die internationale Regie angewiesen ist: So wirds nix mit einem zweiten deutschen Tennisfrühling wie zu Steffi Grafs und Boris Beckers Zeiten. Als wäre das nicht genug, verschickte Eurosport ein paar Tage später noch eine Werbe-E-Mail mit der Überschrift: „Tommy Haas im Viertelfinale der French Open. Kein Spiel mehr verpassen.“ (dh)

Fotomontage: Clap