Sport1-Geschäftsführer Olaf Schröder brachte bei seiner Vorstellung zum Team Baku einige ins Staunen, zauberte er doch eine optische Dublette für seine zum ZDF abwandernde Frontfrau Anna Kraft aus dem Hut. Die 25-jährige Nele Schenker wird bei den kommenden Europaspielen in der aserbaidschanischen Hauptstadt ihr Moderationsdebüt feiern. Wir sprachen am Rande der Veranstaltung mit der jungen Cottbusserin über ihre kommende TV-Premiere:

Einigen anwesenden Journalisten fiel ihre Ähnlichkeit zu Moderatorin Anna Kraft auf, die im Sommer von SPORT1 zum ZDF wechselt. Stört Sie der Vergleich?
Schenker: Nein, überhaupt nicht.

Die Konkurrenz an attraktiven Sportmoderatorinnen ist mittlerweile groß geworden. Haben Sie Angst, vorschnell als blondes Ansagepüppchen abgestempelt zu werden?
Schenker: Gibt es dieses Klischee noch? Solche Ansichten sind doch überholt! Mein Ziel ist es, bei meiner täglichen journalistischen Arbeit einen perfekten Job zu machen. Bei den Europaspielen in Baku bedeutet das zum Beispiel, als Reporterin täglich mit der Kamera alleine vor Ort unterwegs zu sein. Das heißt, sowohl die Interviews mit den Athleten zu führen und die Kamera zu bedienen als auch anschließend das Material auszuwerten und in die Redaktion nach Ismaning zu überspielen. Danach stehen schon die Vorbereitungen auf den nächsten Drehtag an.

Genauso wie Kraft waren Sie vor Ihrer TV-Karriere Leistungssportlerin – im Hürdenlauf und Mehrkampf unter anderem mehrfache Landesmeisterin. Was hat es für Vorteile, Leichtathletik nicht mehr als Aktive, sondern als Berichterstatterin verfolgen zu können?
Schenker: Ich denke nicht, dass man in dem Zusammenhang von Vor- oder Nachteilen sprechen kann – die Aufgaben und Herausforderungen sind einfach ganz andere. Gerne hätte ich als Aktive an internationalen Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen teilgenommen. Das war als junge Athletin immer mein großer Traum, für den ich alles gegeben habe. Leider haben mir zahlreiche Verletzungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei meiner Arbeit als Sportjournalistin helfen mir jetzt die Erfahrungen, die ich als Leistungssportlerin gesammelt habe, natürlich immens. Man kennt die Abläufe, kann die Strapazen der Sportler einschätzen und weiß, wie Emotionen zu werten und einzuordnen sind – ob Glücksgefühle nach einer Medaille oder die bittere Enttäuschung nach einem Misserfolg.

Ihren ersten Auftritt vor der Kamera vor einem großen landesweiten Publikum werden Sie Mitte Juni haben. Wissen Sie schon, was Sie als erstes sagen werden?
Schenker: Nein, das weiß ich noch nicht. Ich freue mich einfach wahnsinnig auf meine neue Aufgabe und bin dankbar, dass SPORT1 mir das Vertrauen schenkt, live von den Europaspielen aus Baku berichten zu können.

(Interview: Daniel Häuser) Foto: Lennart Preiss l Getty Images für SPORT1