Seit rund einem Jahr ist Florian Harms Chefredakteur von T-Online. Seitdem steckt er vor allem ein großen Aufwand in seinen täglichen Morning-Newsletter. Funktioniert dieser große Aufwand? Zeit für eine erste Bilanz.

Rund 40.000 Abonennten konnte Harms mit seinem viel beachteten Newsletter seit dem Start vor nicht einmal zwölf Monaten bislang einheimsen. Für ihn hat sein sehr perönlich formuliertes Angebot höchste Priorität. Und er investiert sehr viel seiner Arbeitszeit dafür: eine Stunde Recherche, eine Stunde Schreiben und eine Stunde Produktion. Und von diesen insgesamt drei Stunden ist je nach Tagesgeschäft auch sehr viel Nachtarbeit dabei. Die Voice-Adaption als Podcast (im Bild) spricht Harms oft selbst.

Das scheint sich mittlerweile auszuzahlen. Insbesondere nach der Entscheidung von T-Online, den „Tagesanbruch“ auch täglich als Leitartikel auf die Homepage zu nehmen. So werden täglich durchschnittlich über 120.000 Leser pro Tag erreicht – im Monat sind das rund 1,6 Millionen Seitenaufrufe. Außerdem erhält der „Tagesanbruch“ mehrere Hundert und manchmal auch vierstellige Kommentare täglich.

Abseits von den reinen Zahlen ist Harms aber besonders stolz auf die Struktur der Leserschaft, die sich seit seinem Amtsantritt signifikant verändert habe. „Wir sind morgendliche Pflichtlektüre in Bundesministerien und Unternehmen“, sagt Harms. Lob gibt es auch von anderer Seite: „Gerne gelesen – den Newsletter von @faharms“, twitterte Neu-Unternehmer Kai Diekmann vor kurzem. 

Dennoch, es ist kein einfaches Geschäft. Viele etablierte Redaktionen setzen längst auf die enorme Kraft der Newsletter-Aussendungen. T-Online ist da eher ein Spätstarter. Dennoch scheint sich der frühere Spiegel Online-Chefredakteur mit seiner persönlichen Schreibe zwischen den etablierten Aussendungen vom Handelsblatt „Handelsblatt Morning Briefing“, „Die Lage“ vom „Spiegel“ und natürlich Steingarts „Morning Briefing“ durchsetzen zu wollen. (dh)

Foto: T-Online