Gipfeltreffen in Hamburg. Anfang dieser Woche traf sich Laterpay-Geschäftsführer Cosmin-Gabriel Ene mit den Spiegel-Verantwortlichen. Das Thema war klar: Welche Zukunft hat Laterpay bei Spiegel Online? Diese Frage konnte allerdings auch nach der Zusammenkunft nach Clap-Informationen nicht schlussendlich geklärt werden. Fakt aber ist, Laterpay bleibt zunächst weiter aktiv bei Spiegel Online, die Bezahl-Artikel werden bis zum heutigen Tage weiterhin auf der Website vermarktet. Allerdings könnte der Spiegel Verlag, falls nötig, auch kurzfristig aussteigen. Der Vertrag hat nur eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Eine Kündigung des Vertrags ist aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt in München noch nicht eingegangen. Das bedeutet, frühestens Anfang April 2017 könnte sich der Spiegel Verlag komplett einem neuen Pay-Modell zuwenden.

Bekommt Laterpay noch eine Chance? Die offizielle Verlautbarung lässt diese Möglichkeit nach Clap-Anfrage zumindest zu: „Der Micropayment-Anbieter LaterPay ist ein geeigneter Partner. Parallel arbeiten wir – wie angekündigt – daran, demnächst weitere Modelle anbieten zu können, für das neue Produkt ‚Spiegel daily‘ zum Beispiel digitale Abo-Modelle. Dafür werden wir auch alternative Bezahlsysteme benötigen. Wir führen Gespräche mit potentiellen Partnern, eine Entscheidung haben wir noch nicht getroffen.“, so die Pressestelle des Spiegel. Immerhin hätte der Verlag aber genügend Zeit gehabt, sich nach den vielen Presseberichten eindeutiger in der Frage Laterpay zu postionieren.

Gleichzeitig, so erfuhr Clap beim „Spiegel“, hätte die Entlassung von Spiegel Online-Chefredakteur Florian Harms nichts oder zumindest wenig mit der Entscheidung für oder gegen Laterpay zu tun. Die Verantwortung für die Entscheidung für den Münchner Dienstleister habe Spiegel Online-Geschäftsführer Jesper Doub. (dh)