Der VDZ macht ernst mit seinen Reformvorhaben. Laut einem Empfehlungsschreiben der Delegiertenversammlung vom 19. Juni, dass Clap vorliegt, wird die Fusion der Landesverbände mit dem Dachverband VDZ ins Auge gefasst. Derzeit gibt es fünf Landesverbände, jeweils mit eigenen Strukturen: den Verband der Zeitschriftenverbände Nord, den Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern, den Südwestdeutschen Zeitschriftenverlegerverband, den Verband der Zeitschriftenverlage in Nordrhein-Westfalen und den Verband der Zeitschriftenverleger in Berlin-Brandenburg.
 
Alle Einzelverbände würden nun nach diesen Plänen überführt werden in einen neuen Bundesverband mit einer einheitlichen Beitragsstruktur. Geplant ist auch, dass „alle Ressourcen zentral in einem Bundesverband der Zeitschriftenverleger gebündelt“ werden, wie es heißt. Wenn es so kommt, kann VDZ-Präsident Rudolf Thiemann (Foto) dann wohl auch „durchregieren“ und einen direkteren Einfluss auf die einzelnen Verlage ausüben. Vielleicht kann so künftig auch Gruner + Jahr wieder für die Verbandsarbeit begeistert werden.
 
Ausgerechnet die Vertreter des Berliner Verbands haben aber am Mittwoch als einzige gegen das große Reformvorhaben gestimmt. Da dieser ebenso wie der VDZ in Berlin beheimatet ist, lässt sich nur vermuten, dass die Delegierten aus der Hauptstadt mit der Initiative einen erheblichen Machtverlust befürchten. Beim VDZ heißt es dazu optimistisch: „Damit unterstützen vier von fünf Landesverbänden und alle drei Fachverbände diesen Weg in die Zukunft des VDZ“, so eine Sprecherin. Ziel der Strukturreform des VDZ sei die strategische Bündelung aller Ressourcen in einem Bundesverband der Zeitschriftenverleger, um so die Relevanz und Stärke des Verbandes für die Zukunft zu sichern.

Wenn es so kommt wie geplant, dann sollen die regionalen Präsenzen nicht aufgegeben werden. Gut denkbar ist aber, dass dann auch alle regionalen Verbände unter der Dachmarke VDZ weitergeführt werden. Wie geht es zunächst weiter? In den kommenden Wochen werden die zustimmenden Landesverbände und Fachverbände auf Basis dieser Empfehlung den Reformprozess weiter konkretisieren, die entsprechenden Vorschläge den jeweiligen Mitgliedsverlagen vorstellen und die notwendigen Beschlüsse fassen. Es bleibt also spannend in dieser Sache. (Daniel Häuser)

Foto: VDZ