Corporate Influencer liegen voll im Trend, sagt d.Tales-Chef Klaus Eck. Sie sind angesagt, weil sie in Zeiten des Information Overloads besser wahrgenommen zu werden. Deshalb bringt der Geschäftsführer die Veranstaltungsreihe „Corporate Influencer Breakfast“ an den Start. Los geht es schon in ein paar Tagen am 20. Februar.

Sie legen neuerdings eine bundesweite Event-Reihe auf mit dem Namen Corporate Influencer Breakfast. Der Begriff „Influencer“ musste im Namen unbedingt erscheinen?

Eck: Der Begriff Corporate Influencer hat sich hierzulande für Unternehmensinitiativen durchgesetzt, bei denen einige ausgewählte Mitarbeiter als Unternehmensbotschafter eingesetzt werden. Allerdings sollte man eher an „Influencer Relations“ als an „Influencer Marketing“ denken. Mit Corporate-Influencer-Programmen reagieren immer mehr Organisationen darauf, dass ihre Mitarbeiter sehr gut und kompetent Social Media nutzen und sich über LinkedIn und andere Kanäle vernetzt haben.

Manche Unternehmen tun sich ja doch schwer mit ihren Content-Marketing-Programmen.

Eck: Genau. Viele erreichen mitunter nicht ihre Ziele im Content Marketing oder Recruiting. Corporate Influencer ergänzen sehr gut die Möglichkeiten, die Reichweite der Marken zu erweitern und das Social Media Engagement der adressierten Stakeholder auszubauen. Menschen mögen Menschen und regieren darauf viel besser. Wir bauen persönlich unsere Beziehungen aus, verbinden uns aber eher ungern mit einer abstrakten Marke.  

Was wird ihre Veranstaltung von anderen unterscheiden? Dorthin kommen mehr Corporate Influencer als anderswo?

Eck: Das Corporate Influencer Breakfast soll andere Events wie den mittlerweile etablierten Corporate Influencer Day in Berlin ergänzen. Wir kommen mit  unserem d.Tales Businessfrühstück in mehrere Städte und präsentieren Cases und geben Antworten auf die Fragen, die viele Menschen zu dem neuen Trend haben. Als Referenten haben bislang Verantwortliche von der LV 1871, Otto, Bosch, Daimler und TUI zugesagt. Neben den Projektverantwortlichen aus Marketing, Kommunikation und Personalmarketing erwarten wir auch Corporate Influencer, die sich austauschen und networken wollen.

Was erhoffen Sie sich persönlich von so einer Tour? So etwas bindet ja auch eine Menge Ressourcen im eigenen Unternehmen? Oder nicht?

Eck: Der tatsächliche Aufwand ist überschaubar, zumal wir die Aktivitäten auch mit Kundenbesuchen verbinden können. Ich mache so eine Tour nicht zum ersten Mal. 2006 habe ich das Social Media Breakfast gestartet und einige Jahre in vielen Städten begleitet. Daraus sind zahlreiche sehr gute Kontakte und Kundenbeziehungen hervorgegangen. Statt sich nur über LinkedIn, Twitter und co. auszutauschen, ist es manchmal sinnvoll, sich direkt über Erfahrungen mit den betroffenen Akteuren auszutauschen. Praxisnähe schadet hierbei nicht.

Sie kämpfen ja auch darum, dass Unternehmensbotschaften glaubwürdiger werden. Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang die Corporate Influencer?

Eck: Auf werbliche Botschaften oder übergriffige Kontaktangebote auf LinkedIn sollten Corporate Influencer verzichten, weil sie sonst ihre eigene Reputation und Glaubwürdigkeit gefährden. Als Experten profitieren Corporate Influencer vom Austausch, können ihrer Profession noch intensiver nachgehen und erzielen auf ihr Know-how online wie offline mehr positives Feedback. Unternehmen brauchen keine Selbstdarsteller, die erzählen, wie toll sie und ihre Marke sind und letztlich nur ihren Candy Content in Social Media verteilen, den niemand benötigt. Stattdessen geht es in einem Corporate Influencer Programm darum, einzelne Personen zu Personal Brands weiterzuentwickeln, damit sie ihre Fachlichkeit sichtbarer machen können und auf diese Weise Wirkung für ihre Organisation entfalten.

Vor einiger Zeit haben Sie sich bei uns über die langweilenden Klonkrieger in den sozialen  Medien beschwert. Ist es seitdem eigentlich schon besser geworden? Oder sind die Unternehmen da einfach beratungsresistent?

Eck: Leider gab es in den vergangenen Jahren viele Ambassador-Programme, die darauf setzten, dass die eigenen Markenbotschafter möglichst viel Corporate Content verteilen. Nach dem Motto: Wenn viele Mitarbeiter dieselben Botschaften verteilen, bleibt irgendetwas bei Kunden und Bewerbern hängen. Das Gegenteil ist der Fall. Die immergleichen Botschaften langweilen schnell. Gefragt sind hingegen echte Menschen, die selbständig agieren und ihre Interessen deutlich machen. Oft geht es um die persönliche Einstellung, die Haltung zu gesellschaftlichen Fragen und vor allem darum, sich selbst als Persönlichkeit mit eigen Vorlieben und Leidenschaften zu betrachten. Corporate Influencer Programme unterstützen neuerdings die Suche nach dem Purpose, der seit einiger Zeit in der Kommunikationswelt diskutiert wird. Das große Interesse an den Veranstaltungen rund um Corporate Influencer zeigt mir, dass sich etwas in unserer Gesellschaft bewegt. Immer mehr Unternehmen lassen sich auf das Thema ein.

Foto: Alexander von Spreti

Interview: dh