Jan Marsalek, der flüchtige ehemalige COO des Skandal-Unternehmens Wirecard, ist wahrscheinlich derzeit einer der meistgesuchten Menschen weltweit. Wo er sich gerade aufhält, dass wissen laut einem heutigen Bericht im Spiegel nicht mal die engsten Vertrauten. Journalisten rätseln hinsichtlich der Persönlichkeit von Marsalek. War er in den vergangenen Jahren die graue Eminenz beim Bezahldienstleister, der ausschließlich im Hintergrund die Strippen zog?

Social Media-Aktivitäten gibt es von ihm keine, offensichtlich hat er penibel darauf geachtet, keine digitalen Spuren zu hinterlassen. Erstaunlich für einen 40-Jährigen. Auf Messen und Kongressen war er angeblich nicht dabei, berichteten verschiedene Medien. Doch gänzlich inaktiv war er in der Finanz-Szene nicht, wie Clap herausgefunden hat.

Zu seinen ganz wenigen öffentlichen Auftritten zählte die Teilnahme beim Pariser Fintech Forum im Jahr 2017. Eine Zeit, bei der er beispielsweise wenige Monate zuvor einen fragwürdigen Indien-Deal bei Wirecard mit zu verantworten hatte. Die Fotos wurden uns von der französischen Fotografin Marie-Beatrice Seillant zur Verfügung gestellt. 

Marsalek ist wie sein früherer Chef Markus Braun Österreicher, von einem Wiener Akzent kann aber keine Rede sein, wenn er „business english“ spricht. Im direkten Vergleich fällt aber seine selbstbewusst-provokante Art auf, die ihn von den anderen Rednern deutlich abhob. 

In Paris saß er also ausgesprochen lässig auf der Bühne unter anderem mit dem ING-Innovationschef Ignacio Julia Vilar (Mitte), Marsalek durfte sich als Stargast als erster dem Publikum vorstellen. Ob er da schon ahnte, was auf ihn in den nächsten Jahren zukommt?

Von seinem Auftritt gab es übrigens auch ein interessantes Video. Das wurde aber vor kurzem aus unbekannten Gründen von den Veranstaltern des Fintech Forums offline gestellt.

Fotos: Marie-Béatrice Seillant