Gruner + Jahr wollte in der Hamburger Hafencity ein neues Verlagsgebäude errichten und nach den ersten Planungen bereits in diesem Jahr dort einziehen. Verzögerungen beim Bau sind nichts Ungewöhnliches. Aber wie nun zu hören und auch zu sehen ist, geht es auf dem Gelände nicht voran. Eine Baugenehmigung lässt immer noch auf sich warten. 

Die Planungen für das neue Gebäude würden weiterhin auf „Hochtouren“ laufen, betonen die Hamburger. Weitere zeitliche Verzögerungen räumt das Medienunternehmen allerdings ein. „Der Bauantrag wurde gestellt, als nächstes erwarten wir die Baugenehmigung“, so eine Sprecherin. Darüber hinaus kommuniziert G+J allerdings die neuen Zeitpläne nicht.

Vier Jahre nach der Ankündigung des Neubaus immer noch keine Baugenehmigung? Das darf überraschen. 2018 freuten sich noch alle Beteiligten auf die neue G+J-Zentrale, es sollte laut Verlagschefin Julia Jäkel ein Gebäude mit „nachhaltiger Eleganz“ sein und mit Flexibilität und hanseatischer Zurückhaltung punkten. Dafür wurde das Architekturbüro Caruso St. John engagiert. Nahe den Deichtorhallen entwarfen sie ein Gebäudeensemble mit rund 66.000 Quadratmetern Fläche, rund 40.000 Quadratmeter sollten an G+J vermietet werden.

Nun verändern sich die Rahmenbedingungen für die Printbranche in diesen Monaten. Nicht auszuschließen ist, dass es deswegen Überlegungen hinsichtlich des neuen Unternehmenssitzes geben könnte. Grundsätzlich sei aber an den ursprünglichen Planungen für die Kapazität, trotz der mittlerweile aufgekommenen Home Office-Initiativen, beibehalten worden. „Wir entwickeln mit dem neuen Gebäude einen Ort, der mit seinen flexiblen Möglichkeiten die Mitarbeiter*innen einlädt, dort zu arbeiten, dort Zeit zu verbringen und sich auszutauschen“, so eine Sprecherin.

Und was wird nun aus dem alten, denkmalgeschützten Gebäude am Baumwall? Im letzten Jahr wurde bekannt, dass die Stadt Hamburg vom Kauf des alten G+J-Gebäudes zurücktreten will. Dafür sprang ein Konsortium, angeführt vom New Yorker Immobilienkonzern Tishman Speyer, ein. (dh)

So soll das neue G+J-Headquarter aussehen.

Foto: Alexander von Spreti, G+J