Viel los war diese Woche wieder rund um die große Wirecard-Affäre. Dabei fielen Clap drei Dinge auf, die für die Kommunikationsbranche interessant sein dürften. Erstens veröffentlichte „Handelsblatt“-Redakteur und Wirecard-Experte Felix Holtermann gestern die „geheimen Chat-Protokolle des Jan Marsalek“. Ganz interessant zu lesen, aber eine Einordnung der Dinge fehlte bei diesen ganzen Telegram-Nachrichten schon. Nicht ganz zu Unrecht geht Springers „Business Insider“ deswegen auf Distanz zu der Story, stellenweise liest sich das Ganze wie eine verkappte Marsalek-Pressemitteilung. Aber womöglich war die fehlende Kommentierung seitens „Handelsblatt“ Teil des Deals zur Veröffentlichung. 

Zweitens kam nun auch das Vorzeigeunternehmen SAP plötzlich ins Kreuzfeuer. Eine Wirecard-Pressemitteilung im Februar brachte die Walldorfer in Erklärungsnot. Die dort erwähnte Partnerschaft sei nie unterschrieben oder zur Veröffentlichung freigegeben worden, sagte ein Konzernsprecher zum „Manager Magazin“. „Der wertvollste Dax-Konzern habe aber auch keinen Anlass gesehen, gegen die unautorisierte Werbung des Möchtegern-wertvollsten Dax-Konzerns vorzugehen“, schreiben die Hamburger. Warum eigentlich nicht? Dann könnte ja nun jeder auf die Idee kommen im Namen von SAP eine Partnerschaft per Pressemitteilung zu verkünden. Ist ja nicht weiter schlimm. Aber vielleicht hat sich das „Manager Magazin“  an der Stelle nur etwas unklar ausgedrückt.

Und nochmal „Handelsblatt“: Etliche Tage vor dem Börsencrash des Zahlungsdienstleisters sollen Insiderinformationen in einem Onlineforum veröffentlicht worden sein, wonach es Probleme bei der Bilanzprüfung durch die Firma EY gab. Die Wirtschaftszeitung zitierte aus dem Post, der inzwischen gelöscht worden sei. Doch im Internet ist der angesprochene Post noch zu finden. Zumindest ein authentisch wirkender Screenshot davon, den wir hier im Aufmacherbild veröffentlichen. (dh)