Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Dieser Spruch scheint vor allem für den Luxusverlag Condé Nast zu gelten. Nachdem in den vergangenen Monaten bereits etliche personelle Veränderungen zu beobachten gewesen sind, werden nun offensichtlich auch einige harte betriebswirtschaftliche Maßnahmen durchgezogen. Nachdem in dieser Woche die neuen IVW-Zahlen zum zweiten Quartal 2020 veröffentlicht worden sind, waren bei den Condé Nast-Auflagen einige einschneidende Veränderungen zu bemerken.

So wurden die Druckauflagen im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem ersten Quartal 2020 bei allen deutschen Condé Nast-Titeln deutlich zurückgefahren:

Bei „Glamour“ um -65 Prozent auf rund 125.000 gedruckte Exemplare.

Bei „Vogue“ um -20 Prozent auf rund gedruckte 111.000 Exemplare.

Bei „GQ“ um -51 Prozent auf rund 56.000 gedruckte Exemplare.

Bei „AD“ um -36 Prozent auf rund 47.000 gedruckte Exemplare.

Bliebe es bei dieser Flughöhe bei der Auflage, so würden jährlich beispielsweise von der „Glamour“ über eine Million Exemplare weniger gedruckt werden. Das reduziert die Kosten deutlich. Condé Nast konzentriert sich somit auf die harte Kiosk-Auflage und die Abonnenten.

Und was sagt Condé Nast dazu? „Natürlich hat Corona einen massiven Impact auf die Druckauflage in Q2. Denn viele unserer Verkaufsstellen sind lange Zeit nicht oder nur eingeschränkt verfügbar gewesen. Insofern ist es selbstverständlich, dass wir unter ökologisch-nachhaltigen sowie betriebswirtschaftlichen Gründen nochmal Anpassungen an den Druckauflagen vorgenommen haben“, so ein Sprecher.

Insgesamt wollen die Münchner somit auch umweltgerechter agieren, Printprodukte würden  so marktgerechter disponiert werden. Außerdem gebe es weniger Remissionen. (dh)

Foto: Condé Nast