Nur selten sind deutsche Verlagsmanager auch im Ausland erfolgreich. Wolfgang Blau machte allen vor, wie es geht. Fünf Jahre lang führte er die Auslandssparte des amerikanischen Verlags Condé Nast und war seitdem ein gefragter Mann.

„Europa darf im Internet keine digitalen Mauern bauen“, war beispielsweise letztes Jahr von ihm auf der Medienveranstaltung Mediendialog Hamburg zu hören. Das war sein Thema, schließlich war er auch als Manager für die digitalen Marken des global agierenden Medienunternehmens zuständig. Und auf dem Fipp-Kongress hielt er noch eine viel beachtete Eröffnungsrede Anfang September.

Nun aber das aprupte Ende seines Condé Nast-Engagements per Twitter-Mitteilung. Seine neue Station: Gastforscher beim Reuters Institut. Klingt nicht nach einer langfristig angelegten Planung. Da sich Condé Nast in einer akuten und entscheidenden Umbruchphase befindet, kommt sein Weggang allerdings zur Unzeit. Und dieser befördert weitere Spekulationen: Sind die CN-Ländermärkte ohne Blau schutzloser geworden? Was steckt wirklich hinter der Umstrukturierung? Muss vor allem Condé Nast Deutschland jetzt zittern?

Vielleicht kann Blau in einigen Tagen bei den Medientagen München zur allgemeinen Beruhigung beitragen. Dort ist er weiterhin als Key-Note-Speaker vorgesehen. Ob er allerdings wirklich noch etwas zu Condé Nast sagen will, bleibt abzuwarten. (dh)