Paukenschlag bei der TV-Initative Screenforce: Der langjährige Geschäftsführer Martin Krapf hört zum Ende des Jahres auf. Seine Position übernimmt Malte Hildebrandt. Das ist aus mehreren erstklassigen Quellen zu erfahren.

Nach rund neun Jahren ist Schluss für den erfahrenen Manager Krapf, der seit 30 Jahren in der TV-Branche arbeitet. Im Mai 2012 fing er bei der Initiative eine neue Karriere an, nachdem er als Geschäftsführer des RTL-Vermarkters IP Deutschland eines der einflussreichsten Posten der Medienbranche inne hatte.

Unter seiner Führung entwickelten sich die Screenforce Days zu einem der wichtigsten Events der Kommunikationsbranche überhaupt. Zum Event nach Köln kam nicht nur die gesamte TV-Szene, sondern alles, was Rang und Namen hatte.

Medienpolitisch positionierte er sich eindeutig, zeigte klare Kante gegen die Wettbewerber aus dem digitalen Umfeld. Gegen Facebook und Google forderte er eine härtere Gangart insbesondere wegen der mangelnden Vergleichbarkeit von Reichweiten.

Corona-bedingt war es dieses Jahr vergleichsweise ruhig bei der Initiative. Die Screenforce Days in Köln liefen nicht. Immerhin veranstaltet Screenforce verschiedene Expertenforen, zuletzt im November mit IFO-Chef Clemens Fuest. Dort begrüßte Krapf, der bei LinkedIn „freier Berater“ angibt, auch noch seine Zuschauer.

Für Krapf übernimmt nun ein mindestens ebenso bekannter Name aus der TV-Szene die Geschicke. Malte Hildebrandt war bislang Marketingdirektor bei Screenforce und steigt nun auf. Ein Job, den er bereits seit August 2016 ausübte. Davor war der Münchner Top-Manager bei ProSiebenSat.1. Clap widmete ihm in dieser Zeit eine Titelgeschichte.

Es wird sich nun zeigen müssen, in welche Richtung sich Screenforce verändern wird. Sicher scheint nur, dass es Änderungen geben wird. Auch bei der Pressearbeit: bislang verantwortete diese Andreas Kühner. Im neuen Jahr wird das der langjährige SevenOneMedia-Sprecher Marcus Prosch übernehmen.

Für eine offizielle Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht zu bekommen.

Text: Daniel Häuser

Fotos: Alexander von Spreti