Eingestellte Zeitschriftenmarken erleben gerade ein Comeback, zuletzt kam bekanntlich „Max“ wieder auf den Markt. Nun bringt der Journalist und Medienunternehmer Christian Kallenberg überraschend das Jugendheft „Pop/Rocky“, einst ein veritabler „Bravo“-Konkurrent“, wieder an den Kiosk. Er hat die Markenrechte von Ehapa gekauft.

Es ist schon sehr lange her, dass die letzte reguläre Ausgabe der „Pop/Rocky“ erschienen ist. Nur die älteren Zeitschriftenleser und Verlagsexperten können sich daran wohl noch genau erinnern: Im Juni 1998 kam diese letzte Nummer heraus und das Postermagazin wurde dann zugunsten des ebenfalls bei der Marquard Media Gruppe erschienenen Jugendmagazins „Popcorn“ eingestellt. Doch es gab sehr erfolgreiche Zeiten: höhere sechsstellige Auflagen waren an der Tagesordnung. Noch Im ersten Quartal 1998, also im Jahr der Einstellung, betrug die verkaufte Auflage immer noch rund 220.000 Exemplare.

Auf jeden Fall hat Kallenberg mit dem einstmals so starken Heft einiges vor. Der zuletzt als Chefredakteur der Kultzeitschrift „Yps“ bekannt gewordene Magazinexperte will zunächst eine „Best of 80’s“ Ausgabe produzieren. Bei einem One-Shot solle es aber nicht bleiben. Geplant ist die Wiederbelebung am Ende des dritten Quartals 2021. Der Berliner Magazinfachmann will mit einer mittleren fünfstelligen Auflage und einem Copypreis um die zehn Euro an den Start gehen. Inhaltlich dreht sich alles um die Stars der 80er Jahre und was aus ihnen seitdem wurde. Ein Wiedersehen mit David Hasselhoff & Co. ist also garantiert. Es wird eine noch nie dagewesene Hochglanzversion von „Pop/Rocky“: gezeigt werden die schönsten, ikonischen Bilder auf hochwertigem Papier.

Schon früher hat „Pop/Rocky“ einen Schwerpunkt auf Poster gelegt, das wird Kallenberg nun auch wieder tun. Das Heft soll also sowohl Coffee-Tables und auch Wände schmücken. Doch die Leserschaft wird sich wandeln. Gelesen werden soll die neue Magazinversion eigentlich von den Fans von damals, die nun Mitte 40 oder Anfang 50 sind. Die Leser sollen ihre Stars noch einmal so sehen, wie sie diese in Erinnerung haben. Interessierte können auf Poprocky.net schon jetzt abstimmen, welche Stars auf den Postern zu sehen sein sollen.

Doch wie gelangten die Markenrechte eigentlich von Marquard schließlich zu Ehapa, obwohl der Berliner Verlag keinerlei Aktivitäten hinsichtlich „Pop/Rocky“ im Sinn hatte? Es hat etwas mit der Zeitschrift „Popcorn“ zu tun. Im Januar 2000 wurde dieser Jugendtitel an Axel Springer verkauft, wo sie vom Axel Springer Mediahouse in München herausgegeben wurde. Im Juli 2009 wurde „Popcorn“ dann von Vision Media erworben und das Axel Springer Mediahouse München aufgelöst. Im Oktober 2018 übernahm dann Egmont Ehapa Media die Zeitschrift. Doch mit im Gepäck bei all den Wechseln, quasi als heimliches Goodie, waren bei „Popcorn“ immer auch die Markenrechte von „Pop/Rocky“. (dh)

Foto: Privat, Sebastian Busse/PopRocky